Modedesigner auf der Fashionweek in Heringsdorf. Das Strandidyll Heringsdorf stand Pate für das Berliner Designer-Duo c.neeon beim Usedom Baltic Fashion Award.
Normalerweise gehört es zum guten Ton eines Hotels, Diskretion zu wahren und nichts über die Gäste des Hauses nach außen zu tragen. Doch beim Usedom Baltic Fashion Award wird eine Ausnahme gemacht. Für den Modewettbewerb übernimmt auch in diesem Jahr das Strandidyll Heringsdorf die Patenschaft für einen der nominierten Designer.
Nachdem im vergangenen Jahr der Münchner Designer Marcel Ostertag zu Gast war, freut sich Hoteldirektor Detlef Kruse in diesem Herbst auf das Designer-Duo c.neeon. Hinter dem Label c.neeon (man spricht es Tse-Neon) stehen zwei junge Designerinnen aus Berlin: die Textildesignerin Clara Leskovar (dafür steht das C im Namen) und die Modedesignerin Doreen Schulz, die von ihrer kleinen Schwester immer Neeon genannt wurde.
Sie werden eine knappe Woche lang im Oktober im Strandidyll wohnen und auch dem Haus in dieser Designerwoche ihre eigene persönliche Note verleihen. "Wow, da werden wir wohnen?", war die erste Reaktion von Clara Leskovar beim Anblick der Hotelbroschüre. Die Designer sind bescheiden geblieben, obwohl sich ihre noch junge Biografie wie eine Bilderbuchkarriere liest.
Seitdem sie beim renommierten Modefestival für Nachwuchsdesigner in Hyères 2005 den 1. Preis gewonnen haben, werden sie mit Auszeichnungen und Anerkennungen überhäuft. Sie haben bereits für Modefirmen wie H&M und Mango gearbeitet, und ihre Mode wird weltweit verkauft. Von Tokyo über Toronto bis nach Oslo. Besonders die Japaner lieben offensichtlich die auffälligen Muster. Muster, die so schön sind, dass es manchmal eigentlich schade ist, wenn sie in der für c.neeon so typischen Wickeltechnik teilweise verschwinden.
Druck und Schnitt stehen in einem engen Verhältnis zueinander. Kräftige Farben, geometrische Schnitte, es darf wild kombiniert werden, wie zum Beispiel ein Minikleid zur Leggings. Die Mode ist durchweg tragbar.
Ihre Kreationen heißen "Stelze" für eine Hose, "Nussecke" für eine Bluse oder auch "Atmo Tecno" für ein Kapuzenshirt. Die Produkte sind überwiegend aus Baumwolle oder Seide genäht und kommen aus der Region. "Made in Ostdeutschland" sozusagen. Die Muster sind oft ein Gemälde, weshalb manches Kleid vielleicht auch nicht gewickelt, sondern getuftet als Wandteppich aufgehängt wird. Teppiche, die c.neeon auch schon für Vorwerk entwickelt hat.
Die Arbeitsaufteilung der beiden ist klar gegliedert. Clara Leskovar ist für das Textildesign und Doreen Schulz für die Schnitte zuständig. Ihre Mode
tragen sie selbst. "Wer, wenn nicht wir?", fragt Clara Leskovar. Die Designer freuen sich auf den großen Wettbewerb für Designer auf Usedom. "Ich bin gerne auf Usedom,dort mache ich auch oft mit der Familie Urlaub", sagt Clara Leskovar.
Auf Usedom treffen sie und Doreen Schulz auf 11 weitere Designer. Die internationale Jury des Baltic Fashion Awards hat sich aus über 130 Bewerbungen für 12 Kollektionen entschieden. Die Nominierten kommen alle aus dem Ostseeraum und treten am letzten Oktoberwochenende auf Usedom an, um einen der begehrten Awards zu gewinnen.
Die Baltic Fashion Week feierte auf Usedom ihr 10- jähriges Jubiläum. Seit 1998 finden in den "Drei Kaiserbädern" auf Usedom mehrmals im Jahr Modepräsentationen statt.
Artikel aus der Ostsee-Zeitung zum Baltic Fashion Award