Braucht man wirklich Stöcke zum Wandern?
Ja, höhenverstellbare Wanderstöcke, Teleskopstöcke genannt, sind vor allem auf anspruchsvollen Wegen und für Wanderer mit Gelenkproblemen gut. „Gerade beim Bergwandern helfen Stöcke, das Gleichgewicht zu halten, auf Geröll, Matsch, steilen Wegen oder wenn noch Schneereste liegen“, rät Karl Schrag, Leiter der Bergsportausbildung des Deutschen Alpenverein in München. Sinnvoll sind sie außerdem, wenn man Knie und Hüften schonen möchte: „Mit den Stöcken kann man einen Teil des Gewichts mit dem Oberkörper abfangen“, so der Experte.
Welchen Maßstab sollte eine Wanderkarte haben?
Am wanderfreundlichsten ist 1:50.000, besser 1:25.000, empfiehlt der Deutsche Wanderverband, aktuell und mit Höhenlinien. Das verrät trotzdem nicht, wie gut oder schwer der Weg wirklich ist: Checken Sie das an der Hotelrezeption, bei der Touristeninformation oder in Wanderbüchern.
Was sind die besten Energiespender für unterwegs?
Belegte Brote oder Brötchen aus vollem Korn, dazu ein knackiger Apfel, Birne oder Banane, Mohrrüben, Radieschen, Tomate, Gurke oder Paprika. Statt Müsliriegel, die unnötig Zucker und Fett enthalten, packen Sie lieber Trockenfrüchte und Nüsse ein. Verteilen Sie die Mahlzeiten auf
mehrere kleine statt wenige große Einheiten, damit der Körper seine Energie nicht in den Magen, sondern in die Muskeln schickt. Dazu mindestens ein Liter Wasser oder Apfelschorle pro Person, im Hochsommer oder für eine Tageswanderung deutlich mehr.
Wie kann man Blasen verhindern?
a) Ziehen Sie Wandersocken aus Gewebemischungen an, die gepolstert sind und Feuchtigkeit abtransportieren, dann reibt es weniger.
b) Cremen Sie die Füße an kritischen Stellen leicht mit Fußsalbe oder Vaseline ein, was die Zeitschrift Runner's World ambitionierten Läufern rät, kann Wanderern nur helfen.
c) Kleben Sie frühzeitig ein Blasenpflaster auf, um Schlimmeres zu verhüten.
d) Wie schon Muttern sagte: Schuhe müssen gründlich eingelaufen werden, auf mehreren kürzeren Strecken, auch in bergigem Gelände.
Wie lindert oder noch besser verhindert man einen Muskelkater?
Möglichkeit 1: In der Sauna, weil die Muskeln durch den Wechsel von Wärme und Kälte besser durchblutet werden. Der Stoffwechsel der Muskelzellen wird angeregt, was Muskelverspannungen löst und kleine Muskelläsionen heilt.
Möglichkeit 2: Mit einer Massage. Sie bringt die Muskeln in die optimale Balance zwischen Spannung und Entspannung, egal ob klassische Sportmassage oder ganzheitliche Körpermassage mit entspannenden Ölen. Gerade bei müden Füßen ist übrigens eine Fußreflexzonenmassage besonders angenehm.
Gibt es eine Check-Liste für die Wandertasche?
Ja. Als Tasche ideal ist ein kleiner Rucksack der 25- bis 30-Liter-Klasse, anatomisch geformt und mit gepolsterten Schultergurten. Wichtig ist ein so genanntes „Belüftungssystem“ – der Rucksack liegt dann nur mit einem Netz auf dem Rücken auf. Hinein gehören Regenschutz, Getränke, Snacks und ein kleiner Müllbeutel, damit die Natur unberührt bleibt. Die Wanderkarte, eventuell ein Handy, Personalausweis und Mehrzweckmesser. Sonnenschutz für Haut und Kopf, für Notfälle Schmerzmittel,
(Blasen-)Pflaster und Wunddesinfektion.
Mit welchen Schuhen läuft man am besten?
Schuhe müssen leicht und flexibel sein und trotzdem guten Halt geben. Der Sitz: fest in der Ferse, genügend Platz zwischen großem Zeh und Schuhspitze, dazu kommt eine griffige Sohle. Für kleine Touren reichen halbhohe Trekkingschuhe oder so genannte Trailrunner, ähnlich Turnschuhen, aber mit festerer Sohle. In den Bergen dagegen ist ein solider Wanderschuh nötig, der die Knöchel schützt.
Worauf muss man bei der Kleidung achten?
Manche Lieblingsstücke müssen leider zu Hause bleiben, zum Beispiel Jeans, weil Sie schlecht trocknen, wenn sie einmal feucht sind. Auch dicke Wollpullover sind ungeeignet: schön warm, aber die Hitze staut sich am Körper! Trumpf sind atmungsaktive Stoffe und Fasern, die Feuchtigkeit vom Körper wegtransportieren, und die Anwendung des Zwiebelprinzips. Tragen Sie „Schalen“, die man je nach Wärme oder Kälte an- und ausziehen kann. Sonnenhut oder Mütze nicht vergessen.
Welches Gehtempo ist richtig?
Gemütliches Wandern sind etwa drei bis vier Kilometer pro Stunde, stramm unterwegs ist man mit fünf oder sechs Kilometer pro Stunde, Walker kommen auf sieben bis acht. Wandern als Gesundheitssport darf ruhig anstrengen, aber nicht überanstrengen. Die Faustregel: Sie dürfen beim Gehen etwas ins Schwitzen kommen, aber nicht ins Schnaufen oder außer Puste.