Schifffahrt auf höchstem Niveau

Seenzauber mitten in den Bergen mit dem Flaggschiff der Achensee-Flotte: das MS "Tirol".
Seenzauber mitten in den Bergen mit dem Flaggschiff der Achensee-Flotte: das MS "Tirol".

 Bergpanorama vom Schiff aus genießen
   

Natürlich hat man vom Zwölferkopf bei Pertisau aus eine phantastische Aussicht. Und eine Gipfelwanderung am Rofan eröffnet ohne Zweifel neue Perspektiven. Das beste Bergpanorama aber genießt man vom Schiff aus - wenn man langsam über den Achensee gleitet, unter sich smaragdgrünes Wasser, vor sich imposante Gipfel: Rofan und Karwendel als Kulisse für eine traumhafte Fahrt über Tirols größten und schönsten Bergsee, der immerhin in 940 Meter Höhe liegt - Schifffahrt also auf höchstem Niveau.

   

Aktueller Fahrplan der Schiffe 2011  

        

      

Schifffahrtevents auf dem Achensee:

   

Abendrundfahrt mit Musik

Den Achensee am Abend erleben mit Musik, Tanz, Service und Unterhaltung an Bord, sowie dem eindrucksvollen Felsenleuchten in der Gaisalmklamm.
   
Jeden Freitag ab 03. Juni bis 07. Oktober
Fahrzeit : ca. 2 Stunden Rundfahrt
Fahrpreis: pro Person € 17,00
                  

                              

Ahoi, auf der "MS Marc Pircher"

Mit Marc Pircher musikalisch den Achensee kreuzen.

                                     

           

 

Geschichte der Schifffahrt am Achensee

Das erste Fahrgastschiff auf dem Achensee: der Dampfer "St. Josef".
Das erste Fahrgastschiff auf dem Achensee: der Dampfer "St. Josef".
Seit 1995 fährt die "MS Tirol" bis zu 600 Passagiere über den Achensee.
Seit 1995 fährt die "MS Tirol" bis zu 600 Passagiere über den Achensee.

Die Tiroler sind seetüchtig: Über 120 Jahre Tradition, ein neues Schiff und ein weiblicher Kapitän

 

Wer dachte, in den Alpen werde geklettert, aber nicht navigiert, der irrt: In Tirol war der Wasserweg schon immer sehr attraktiv. Zwar entstand bereits im 15. Jahrhundert eine Straße am Ostufer des Achensees, schwere Güter wurden jedoch mit "Plätten" genannten Schiffen über den See transportiert - Getreide, Grubenholz und Holzkohle nach Süden, Salz, Wein und Bergwerkerzeugnisse nach Norden. Für die Landesherren war der Achensee zudem wegen seines Fischreichtums und der Jagdmöglichkeiten sehr interessant: Kaiser Maximilian I. und auch Erzherzog Ferdinand II. ließen sich prunkvolle Schiffe bauen.



Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten die Touristen den See: 1887 wurde dann das erste Fahrgastschiff, der Dampfer "St. Josef", in Betrieb genommen, der dem Benediktinerstift Fiecht, damals Eigentümer des Sees, Einnahmen aus dem Fremdenverkehr bringen sollte. Das Schiff musste noch in seinen Einzelteilen mit Pferdefuhrwerken von Jenbach herauf an den See transportiert und dort zusammengebaut werden. Das MS "St. Josef" fährt übrigens heute noch Passagiere, allerdings nicht mehr unter Dampf wie früher - es wurde 1951 umgebaut und mit einem Dieselmotor modernisiert.



Damit begann die moderne Achensee-Schifffahrt und eine touristische Erfolgsstory. Beförderten die Schiffe 1890 rund 30.000 Passagiere, waren es 1927 bereits mehr als 100.000 Fahrgäste. Flaggschiff ist heute das MS "Tirol": 1995 in Dienst genommen, kann es 600 Passagiere aufnehmen. Jüngstes Schiff auf dem Achensee ist das MS "Stadt Innsbruck". 450 Personen können auf dem Schiff zur Seefahrt starten, und es ist das erste, das mit Ruderpropellern gesteuert wird.

 

 
MS "Stadt Innsbruck" (© Rolf Plühmer / PIXELIO)
MS "Stadt Innsbruck" (© Rolf Plühmer / PIXELIO)

Heute fährt die "Weiße Flotte" von Mitte Mai bis Ende Oktobe rüber das Tiroler Meer. Mehr als 200.000 Touristen und Einheimische genießen jede Saison die Fahrt vorbei an Bergwäldern, Schluchten und Almwiesen. Die Gaisalm, am Westufer des Achensees gelegen, ist übrigens die einzige Alm, die nur zu Fuß oder mit dem Schiff zu erreichen ist.
  
Noch eine Besonderheit zeichnet die Schifffahrt auf dem Achensee aus: Wenn das neue Schiff "Stadt Innsbruck" in Pertisau anlegt, dann kann es sein, dass die Kommandos mit weiblicher Stimme ertönen und zur Bestätigung ein "Aye, aye, Frau Kapitän" zurückschallt: Dann hat Daniela Neuhauser das Sagen, die erste Tiroler Kapitänin. Sie arbeitete zuerst in der Gastronomie auf den Schiffen - und entdeckte dabei ihr Interesse für Technik und Navigation: "Ich wollte immer wissen, wie das und jenes funktioniert." Sie bekam die Chance, ihr Kapitänspatent zu erwerben, und machte ihren Traum wahr, das Ruder zu übernehmen: "Der Kapitänsstand ist mit viel Ehre behaftet", sagt sie.
    
Dass bei der Europameisterschaft die MS "Stadt Innsbruck" zur schwimmenden Fanmeile auf Tirols größtem See wurde, war auch für Kapitänin Daniela Neuhauser eine Premiere: "Bei uns am Achensee kann man sogar auf dem Wasser spielend am Ball bleiben." Auf einem kreuzenden Schiff den Kampf der Kicker zu beobachten - ein auch für die über 120 Jahre alte Achensee-Schifffahrt außergewöhnliches Ereignis.

 

 

 

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