Kraniche Rügen


Einzigartiges Naturspektakel: Zehntausende Zugvögel rasten an der Ostseeküste der Vorpommerschen Boddenlandschaft
Die Kraniche werden von Mitte September bis Ende Oktober genau in der Region zwischen dem Darß und der Insel Rügen Station machen. "Wenn die Luft erfüllt ist vom Flügelschlag, wenn die Kraniche mit lauten Rufen ihre Schlafplätze ansteuern, das ist schon ein Gänsehautgefühl", sagt Dr. Günter Nowald vom Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf.
Die Graukraniche ziehen am Ende des Sommers aus Skandinavien, Mittel- und Osteuropa in ihre Winterquartiere im Süden Europas oder in Afrika. Sie fliegen am Tag meist hunderte Kilometer weit, legen bis zu ihrem Ziel mehrere tausend Kilometer zurück. Da ein Kranich während des Zuges täglich etwa 300 Gramm Nahrung braucht, müssen die Vögel bei Zwischenstopps ihre Depots auftanken. Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist für viele von ihnen ein bevorzugter Rastplatz: In dieser Region suchen sie auf abgeernteten Mais- und Getreidefeldern nach Nahrung. Nachts schlafen die Tiere stehend in den flachen Gewässern des Boddens, wo sie vor Feinden am Boden sicher sind.
"Die ersten größeren Gruppen werden Mitte September erwartet", sagt Dipl.-Landschaftsökologe Normann Donner vom Kranich-Zentrum. Der Große Werder, die Insel Kirr und die Udarser Wiek bei der Insel Rügen sind die drei Hauptschlafplätze im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
Zu Spitzenzeiten machen bis zu 70000 Kraniche gleichzeitig Rast an der Ostseeküste, oft für mehrere Wochen, "um den 20. bis 23. Oktober sind sie dann fast alle weiter gezogen", berichtet Donner.

