La Sartiglia di Oristano
Sie haben es gut

Sartiglia: Oristanos großes Reiterfest

Die „Sartiglia“ ist ein spannender Wettstreit. Huldvoll schlagen sich die Reiter zur Karnevalszeit tapfer um den Silberstern.
Die „Sartiglia“ ist ein spannender Wettstreit. Huldvoll schlagen sich die Reiter zur Karnevalszeit tapfer um den Silberstern.

Mit Masken, Reitern und Trommlern wird an den Karnevalstagen im Februar eine gute Ernte beschworen

Jungfrauen müssen es sein, die dem jungen Mann in das Festgewand eines Edelmanns helfen. Keine Miene darf er verziehen, bis sein Gesicht hinter einer weißen aristokratischen Maske verschwindet. Auf „Su Componidori“, dem Turniermeister, ruhen alle Hoffnungen: Denn von seiner Kunst hängt es angeblich ab, ob die Ernte des Jahres gut oder schlecht ausfällt. So sagt es jedenfalls die Tradition des großen Reiterfestes „Sa Sartiglia“, das alljährlich Zehntausende in die sardische Provinzhauptstadt Oristano lockt.

 

2009 findet das farbenprächtige Spektakel an den Karnevalstagen vom 22. bis 24. Februar statt – ein Grund mehr für einen Urlaub im nahen Travel Charme Hotel Is Arenas. Mit Fasching und überbordendem Frohsinn hat „Sa Sartiglia“ trotz des Termins wenig gemein, auch wenn gefeiert wird. Ritter aus Katalonien brachten den Brauch im 14. Jahrhundert auf die Insel, der lange Zeit ein rein militärisches Turnier blieb.


Im 16. Jahrhundert übernahmen die Zünfte der Bauern und Tischler die Ausrichtung des Festes. Ob dabei die begrenzten Freiheiten des Karnevals und der Masken genutzt wurden, um gegen die damalige spanische Herrschaft zu protestieren und an die einstige Pracht des Judikats von Arborea und die Selbstbestimmung der Sarden zu erinnern – darüber streiten sich noch heute die Historiker.


Prunk und sehr feste Regeln prägen das Fest, das an zwei Tagen – am Karnevalssonntag und am darauffolgenden Dienstag – die Stadt beherrscht. Es beginnt mit der Einkleidung des „Componidori“ durch Jungfrauen in alter Tracht. Danach wird er auf das geschmückte Pferd gehoben. Flankiert von zwei Adjutanten und begleitet von Trommlern, Trompetern, Mitgliedern der Zünfte und maskierten Rittern zieht er zur Festmeile – seine Füße dürfen den Boden während des Festes nicht berühren. Im donnernden Galoppjagt er schließlich über die Via Duomo, um mit Schwert und Lanze über der Straße hängende Sterne aufzuspießen. Je mehr Treffer, desto besser die Ernte – ein Segen mit „sa pippia de maiu“, mit einem Strauß aus Märzveilchen, soll die Prophezeiung bekräftigen.

 

Sind die Sterne vom Himmel geholt, nimmt die Veranstaltung mehr sportlichen Charakter an und verlagert sich von der Via Duomo nahe der Kathedrale Santa Maria Assunta zur Via Mazzini, die früher vor den Toren der Stadt lag. Denn dort mussten sich während der spanischen Herrschaft die Sarden vergnügen – der Zutritt zu den Ritterspielen vor dem Dom war ihnen verwehrt. Heutzutage ziehen der „Componidori“ und die ganze Gefolgschaft zu der mit Sand bedeckten Straße. Dort jagen in halsbrecherischem Tempo jeweils drei Reiter durch das Spalier der Zuschauer, bilden auf dem Rücken der Pferde Pyramiden, Brücken oder andere Figuren. Der letzte Ritt ist dem Turniermeister vorbehalten – erst danach darf er vom Pferd steigen, sich entkleiden und zusammen mit allen anderen feiern.

 

Mehr Infos: http://www.sartiglia.info/

 

 

 
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