OEuvre eines Usedomers: Otto Niemeyer-Holstein

Otto Niemeyer-Holstein: Obstgarten mit Leiter, 1969. Öl auf Leinwand.
Otto Niemeyer-Holstein: Obstgarten mit Leiter, 1969. Öl auf Leinwand.
Selbstbildnis mit Pelzmütze, 1948. Öl auf Leinwand. Beide Bilder von: www.atelier-otto-niemeyer-holstein.de.
Selbstbildnis mit Pelzmütze, 1948. Öl auf Leinwand. Beide Bilder von: www.atelier-otto-niemeyer-holstein.de.

Besuchen Sie das Atelier des bedeutenden Malers Otto Niemeyer-Holstein, des "Picasso des Nordens" auf Usedom.

   

Er liebte die Ostseeküste: "Ich gehe jedem Morgen hin, und der Strand ist jeden Tag, jede Stunde anders", sagte Otto Niemeyer-Holstein. Nachzuvollziehen dank der Bilder des Künstlers, auf denen er die Stimmungen der Natur festhielt, fasziniert vom spröden Charme der Insel, auf welcher der 1896 geborene Kieler über 50 Jahre lebte.

   

Doch erst einmal von vorne: Das Leben des "Picasso des Nordens" ist faszinierend, und es gibt ein paar Fakten, die Sie kennen sollten, um die Ausstellungen in Potsdam und auf Usedom genießen zu können. Zuerst stolpert man über seinen Namen - und in der Tat, es ist ein Künstlername: Auf Anraten des Schriftstellers Werner von der Schulenburg fügte der junge Kriegsrekonvaleszent und werdende Künstler Theodor Otto Niemeyer 1917 seinem Namen "Holstein" bei, nach der Landschaft, in der er aufwuchs.

   

Lange rang er, bis er seinen Stil fand: ONH, so signierte er seine Bilder, setzte sich mit vielen Meistern auseinander, studierte Impressionisten wie Paul Klee, Lyonel Feininger und Alexej von Jawlensky. Er reiste zum Mal-Studium nach Sizilien, Ascona, Kassel, Paris und Florenz. Ab 1925 lebte er in Berlin, wo 1929 seine erste große Einzelausstellung stattfand. 1933 fand der bislang unstet lebende Maler eine Heimat, in der man ihm noch heute nachspüren kann: Usedom.

    

Dorthin brachte Niemeyer-Holstein das Segelboot "Lütter" (also "Kleiner"), das ihm seine Eltern schenkten. Das Grundstück am Achterwasser, an dem er landete, nannte er fantasievoll und folgerichtig den "Lüttenort". Erst lebte er dort in einem aus Berlin überführten S-Bahn-Waggon, später baute er auch ein Wohnhaus dazu und gestaltete den Freiraum mit Skulpturen befreundeter Künstler  zu einem "südlichen Malgarten". Und wirklich: Wenn alles grünt und blüht, denkt man dort eher ans Mittelmeer als an die Ostsee.

   

Doch bei aller Beschaulichkeit erlebte er dort auch schwere Zeiten: Er zog sich vor dem NS-Regime zurück, versteckte in den Vierzigern seine jüdische Schwiegermutter. 1944 kam sein Sohn aus erster Ehe im Krieg um. In der DDR genoss Niemeyer-Holstein anschließend hohe Anerkennung (seine Werke wurden im In- und Ausland ausgestellt), erlebte aber auch Rückschläge. ONH äußerte sich kritisch und verweigerte die Zustimmungserklärung zur Niederschlagung des "Prager Frühling".

 

In den 50er und 60er Jahren reiste er nach China, Taschkent und Samarkand - dort entstandene Bilder vermachte er 1982 der Stadt Potsdam, die deshalb heute exklusiv Werke von ihm ausstellen kann.

   

Ein weiteres Kapitel seines Lebens ist wichtig für Usedom: Der Lokalpatriot kaufte 1974 die Windmühle in Benz, rettete sie vor dem Verfall und machte sich um eine der liebenswertesten Sehenswürdigkeiten der Insel verdient. Weil er vor seinem Tod 1984 verfügt hat, dass Lüttenort so erhalten werden soll, wie es zu Lebzeiten war, steht dort alles noch so, als sei er nur kurz weg.

 

Es lohnt sich also, Otto Niemeyer-Holsteins Universum zu entdecken und die Natur mit den Augen des Künstlers zu sehen.

   

Atelier Otto Niemeyer-Holstein in Lüttenort bei Koserow

    

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