Rügenbrücke
Sie haben es gut

Neue Rügenbrücke: Schneller an die Ostseeküste

Staunen, nicht stauen. Die Rügenbrücke ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Sie spannt einen weiten Bogen über die östliche Zufahrt zum Stralsunder Hafen.
Staunen, nicht stauen. Die Rügenbrücke ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Sie spannt einen weiten Bogen über die östliche Zufahrt zum Stralsunder Hafen.

Neue Rügenbrücke für einen Moment „der schönste Boulevard der Welt“ - Über das Jahrhundertbauwerk entspannter in den Inselurlaub.

 

Sie haben es gut! Seit Herbst 2007 erreichen Sie Deutschlands größte Insel, ohne in kilometerlangen Autoschlangen festzustecken. Die neue Rügenbrücke ist für den Verkehr freigegeben worden. Sie überspannt in weitem Bogen den Strelasund, der die Insel vom Festland trennt.

 

Der Neubau war unumgänglich, denn auf dem 1936 eröffneten Rügendamm und an den Zufahrten war es in den vergangenen Jahren vor allem an den Wochenenden und in den Ferienzeiten immer wieder zu langen Staus gekommen. Der Grund: Die alte Brücke musste für den Schiffsverkehr fünf Mal am Tag geöffnet werden. Außerdem stieg das Verkehrsaufkommen stetig an. Der alte Übergang wurde zum Nadelöhr. Das ist Geschichte. Jetzt fahren die Segler sowie die Fracht- und Ausflugsschiffe unter der neuen Brücke hindurch und die Autos auf drei Fahrspuren über den Strelasund auf die Ferieninsel Rügen und zurück zum Festland.

 

Insgesamt 125 Millionen Euro hat der Brückenbau gekostet. Die filigrane Konstruktion wurde maßstabsgetreu im Windkanal getestet. Auch mussten Bedenken von Natur- und Umweltschützern ausgeräumt werden. Allein dieses Verfahren hatte das Projekt um zwei Jahre verzögert.In der dreijährigen Bauzeit wurden 180.000 Tonnen Beton gegossen, riesige Pfeiler tief in den Meeresboden gerammt, 22.000 Tonnen Stahl verschweißt oder verschraubt.

 

Auch die Sicherheitstechnik ist auf höchstem Niveau. Gesteuert wird der Verkehr über ein 2,9 Millionen Euro teures kamera- und sensorgestütztes Leitsystem, das in der Verkehrszentrale im mecklenburgischen Malchow überwacht wird. Von dieser Zentrale aus soll die dritte Mittelspur je nach Verkehrslage für den Autostrom zum Festland oder zur Insel freigegeben werden. Insgesamt 34 Kameras, 17 Verkehrszeichenbrücken mit Freitextanzeigen sowie in die Fahrbahn eingelassene Leuchtpunktmarkierungen stehen zur Verfügung, um den Verkehr auf der Brücke zu regeln.

 

Kernstück ist die 128 Meter hohe Pylonbrücke mit einer Schifffahrtshöhe von 42 Metern. Der Pylon übertrifft damit die höchste Kirchturmspitze der alten Hansestadt Stralsund. Das Tor zur Insel, ein neues Wahrzeichen, ein imposantes Bild. Ein Jahrhundertbauwerk, das sich aus sechs aneinandergereihten Brückenteilen unterschiedlicher Bauweise zusammensetzt. Willkommen auf Rügen!

 

Mit einem dreitägigen Volksfest ist das technische und architektonische Meisterwerk im Herbst eröffnet worden. Hunderttausende Besucher nutzten die Möglichkeit, die 4.100 Meter lange Brücke bei der Einweihung zu Fuß zu überqueren. Sie waren des Lobes voll. Sektkorken knallten an jenem Wochenende. Und tosenden Beifall gab es für das Höhenfeuerwerk und die Lichtershow. Für einen Moment war die Autobrücke „der schönste Boulevard der Welt“. Zufriedene Gesichter überall: Ich bin dabei gewesen!

 

Wenn Sie es nicht waren, liebe Leser, nicht traurig sein. Das Brückenfest mit einer „Verkehrsfreigabe für Fußgänger“ wird vielleicht im Jahr 2008 eine Fortsetzung finden. Rügens Landrätin Kerstin Kassner hat sich dazu schon mit dem Stralsunder Oberbürgermeister in Verbindung gesetzt.

 

 

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