Es gibt viele Gründe, warum uns Seebrücken magisch anziehen und unserer Seele so gut tun.
Ursprünglich entstanden sie im 19. Jahrhundert als Schiffsanleger – und wurden dann zu Flaniermeilen
für die Gäste der Ostseebäder. 19 Seebrücken ragen in Mecklenburg-Vorpommern wieder – mit ihren zum Teil mondänen Holzkonstruktionen – weit ins Meer; 18 davon wurden nach 1990 neu gebaut, teils nach alten Vorbildern. Allen gemeinsam ist, dass sie die Menschen magisch anziehen, weil sie eine besondere Faszination ausüben, und dass man jeden Tag wieder gerne auf ihnen promeniert.
Die Meeresfarben des Glücks: Von der Seebrücke aus gesehen, spielt das Meer am intensivsten mit seinen Farben – mal schimmert es blau, mal wirkt es grün, mal kann man durch türkisfarbenes Wasser bis auf den Grund sehen.
Das Blau symbolisiert Sympathie, Harmonie, Freundschaft, Treue und Sehnsucht. Grün steht für Natur, Hoffnung, Zuversicht, Frische und Gesundheit. Zusammen geben uns die Meeresfarben neue Kraft, Optimismus und ein großes Glücksgefühl.
Den Alltag hinter sich lassen
Wer eine Seebrücke betritt, lässt das dicht besiedelte Land und damit den Stress, den Alltag hinter sich – „ich bin denn mal weg“. Er bricht auf zu neuen Horizonten, spürt die Grenzenlosigkeit des Meeres und ein Gefühl der Freiheit. Ohne dass man selbst festen Boden unter den Füßen verliert, schwebt man über dem Wasser und hört das Rauschen der Wellen.
Die Unendlichkeit des Meeres inspiriert zum Nachdenken – und lässt manche Probleme, die einst groß erschienen, auf ihr kleines reales Format schrumpfen. Erleichtert, mit neuer Perspektive kehrt man glücklich zurück von der Seebrücke aufs Land.
Augenblicke, die entspannen
Auf die See blicken, den Wellen lauschen sich vom Rhythmus des Meeres inspirieren lassen – diese Meditation auf Seebrücken senkt die Pulsrate und den Blutdruck, fanden Forscher heraus. Eine Studie der Universität Witten / Herdecke zeigt, dass sogar Zahnarzt-Patienten weniger Angst und Schmerzen verspüren, wenn sie während der Behandlung in sanftes Meeresrauschen gehüllt werden. Läuft dann noch zusätzlich ein Video mit Strand und Wellen, werden Puls und Atmung ruhiger und der Stress lässt nach. Ohne Zahnarzt dürfte die Wirkung allerdings noch viel intensiver sein...
Nirgendwo der Natur so nah sein
Auf Seebrücken riecht und schmeckt man die mineralhaltige Meeresluft noch besser. Die Atemwege werden frei, die Haut genießt die feuchte Brise und das Lächeln wird noch glücklicher. „Am Meer fühlt man sich sofort in der Natur“, sagt die Wissenschaftsjournalistin Eva Tenzer, Autorin des Buches „Einfach schweben – wie das Meer den Menschen glücklich macht“ (Marebuch Verlag). „Deshalb fällt es beispielsweise Frauen nirgendwo leichter, sich in der Öffentlichkeit oben ohne zu zeigen. Das würden sie selbst bei großer Hitze im Gebirge kaum tun.“ Doch auch in eine Windjacke gehüllt, fühlt man sich am Strand der Natur immer noch ganz nah.
Momente der Liebe
Es hat schon seine Bedeutung, dass Aphrodite, die Liebesgöttin, die Schaumgeborene,
aus dem Meer kommt. Ein Kuss im Abendlicht auf einer Seebrücke kann der Übergang von einem wunderschönen Tag zu einer besonders romantischen Nacht sein. Oder zu einem Leben voller Liebe: Auf einer Seebrücke – zum Beispiel in Sellin auf Rügen – den Bund für ein langes, glückliches Leben zu besiegeln, bietet beides. Ein stabiles Fundament und schönste Aussichten für eine gemeinsame Zukunft.







