Wer hat’s erfunden? Woher stammt der Ski-Sport? Folgen Sie uns und entdecken Sie die interessante Geschichte des Skifahrens.
Seit Urzeiten bewegen sich die Menschen auf zwei Planken, um nicht zu versinken. Doch wann begann alles?

8 000 v. Chr.

DIE ANFÄNGE – Im Altai, einem Gebirge zwischen Russland, der Mongolei, Kasachstan und China, soll alles angefangen haben. Chinesische Forscher haben Felszeichnungen ausgewertet, auf denen Menschen auf Brettern einen Steinbock jagen. Sie sollen 10 000 Jahre alt sein. Aber auch in Norwegen gibt es Ski-Höhlenbilder und immer wieder ziehen Archäologen antike Bretter aus Mooren und Sümpfen. Die ältesten Funde sind 4 500 Jahre alt und stammen aus Hoting in Schweden.

Norwegen

GESPALTENES HOLZ – Der Name legt nahe, dass die Wiege des Skisports, wie wir ihn heute kennen, in Norwegen liegt. „Ski“ ist norwegisch und heißt so viel wie „Scheit“ oder „gespaltenes Holz“. Im 18. Jahrhundert waren dort bereits militärische Ski-Einheiten unterwegs. Auch unter der breiten Bevölkerung wurde der Sport beliebt. In Christiania, wie Oslo damals hieß, fanden 1850 die ersten Rennen statt.

Die Geschichte des SKifahrens

FOTO: VON VINCENT STOLTENBERG LERCHE – SCAN DES ORIGINALS, GEMEINFREI, HTTPS://COMMONS.
WIKIMEDIA.ORG/W/INDEX.PHP?CURID=6865023

Telemark

EXPEDITION – In der norwegischen Provinz Telemark erfand Sondre Norheim eine Bindung, bei der nicht mehr der ganze Fuß, sondern nur noch seine Spitze am Brett befestigt war. Der Polarforscher Fridtjof Nansen hat auf dem Telemark-Ski Grönland durchquert. Seine Reisebeschreibungen weckten die Begeisterung vieler junger Menschen für das Skifahren.

Ski statt Turnen

SKISPORT – In den 1890er-Jahren gründeten sich die ersten Ski-Vereine in Deutschland, der Schweiz und Österreich. In manchen Schulen stand das Skifahren sogar auf dem Stundenplan. In Braunlage (Harz) etwa ersetzte der Ski-Unterricht im Winter das Turnen.

Der Alpin-Ski

STEILE ABHÄNGE – In den Alpen tat man sich schwer mit den Skiern aus Norwegen. Die schweren und drei Meter langen Bretter konnten die steilen Alpenhänge kaum bewältigen. Der österreichische Künstler und Skipionier Mathias Zdarsky kürzte die Planken auf ein handliches Maß von 1,80 Meter und fixierte neben der Fußspitze auch die Ferse. Damit konnte er in wendigen Schwüngen talabwärts wedeln.

Erste Abfahrt, Kleinwalsertal

„GLEITHÖLZER“ – Fast überall importierte man Skier aus Norwegen. Im Kleinwalsertal hatte 1896 der Handwerker Karl Max Keßler die ersten „Gleithölzer“ hergestellt. Die ersten kleinen Skitouren gingen in die Umgebung von Riezlern und in das vordere Schwarzwassertal. 1906 gründeten 22 Einheimische den „Skiclub Riezlern“. Die Orte Hirschegg und Mittelberg legten zwei Jahre später mit einem eigenen Verein nach. Bereits 1907 gab es einen Abfahrtslauf von der Kanzelwand mit sechs Kilometern Länge und einem Höhenunterschied von 950 Metern.

Der erste Skilift

SCHWARZWALD – Über ein Mühlrad, Wasserkraft und Drahtseile wurde der erste Skilift der Welt betrieben. Dieser stand in Deutschland, genau genommen in Schollach bei  Eisenbach im Hochschwarzwald. Ideengeber und Erfinder war der Land- und Gastwirt Robert Winterhalder. Über eine Länge von 280 Metern zuckelte der Schlepplift die Skifahrer
auf 32 Höhenmeter hinauf. Noch heute werden Skilifte nach Winterhalders Prinzip gebaut. Er selbst hat den Skiboom nicht mehr erlebt.

Die neuen Stöcker

BOOM DER 20ER-JAHRE – Skischulen brachten Touristen das Skifahren bei. Am Arlberg entstand 1920 die erste Skischule Österreichs. Georg Bilgeri verbesserte die alpine Skiausrüstung, fuhr Stemmbogen und erfand die „Zweistocktechnik“. Dafür nutzte er einen auseinandernehmbaren Stock: So hatte er zwei für den Aufstieg und einen für die Abfahrt. Im Februar 1931 fand in Mürren (Schweiz) die erste Skiweltmeisterschaft statt. 1936 wurde das alpine Skifahren olympisch. Der Österreicher Anton „Toni“ Seelos wurde Weltmeister und erfand den Parallelschwung.

Pisten & Lifte

BREITENSPORT – Immer mehr Pisten wurden planiert und Lifte aufgestellt – vor allem in den 1950er-Jahren. Wintersportorte rüsten sich auf mit Berghütten und Unterkünften. Fünf Millionen Menschen weltweit schnallten sich in den 1950er-Jahren regelmäßig Skier unter die Füße. Die Zahl nahm rasant zu: 1975 waren bereits 35 Millionen Skifahrer unterwegs.

Ski extrem

freerider

NEUE FORMEN – Seit den 1990er-Jahren gibt es immer neue Ski-Moden: Das Fahren auf Buckelpisten verlangt nach einer Kombination aus Taktik, Koordination und Schnelligkeit. Keine gleicht der anderen und so muss der Fahrer schnell reagieren können. Um 2000 etabliert sich „Freeride“. Man bewegt sich in unberührter Landschaft abseits der markierten
Pisten durch den Tiefschnee. In den Disziplinen des „Freestyle-Skiing“ jagen Skisportler über Buckel, springen Figuren auf einer Sprungschanze oder in der Halfpipe und fahren
beim Skicross auf einem Parcours um die Wette. Seit 1986 werden Weltmeisterschaften im Freestyle-Skiing ausgetragen.

 

Text: Kirsten Niemann