Die südlichste Gemeinde Deutschlands ist berühmt für den Wintersport. Sie beherbergt jedoch noch andere Schätze

Atemberaubende Ausblick & Virtual Reality

Oberstdorf im Winter – das bedeu­tet Schnee in Hülle und Fülle, Pistenvergnügen und als Highlight natürlich die Skisprunganlage. Hier trifft sich jedes Jahr die internationa­le Skisprung-Elite zum Auftaktsprin­gen der Vierschanzentournee. Und fährt man mit dem Lift 70 Meter hoch zur Pa­norama-Plattform auf dem Schanzen­turm, so eröffnen sich atemberaubende Ausblicke auf die tief verschneiten All­gäuer Alpen.

Skiflugschanze

Aber nicht nur das: Ha­ben Sie sich vielleicht immer schon ge­fragt, wie sich ein Skispringer dort oben vor dem Absprung fühlen mag? Zwei­mal täglich können die Besucher der Skisprungschanze das selbst erleben – wenn sie sich die Virtual Reality-Bril­le auf die Nase schieben und sich wie ihre sportlichen Vorbilder auf den Ab­sprungbalken setzen. Das Kribbeln im Bauch kommt garantiert! Für all diejeni­gen, die lieber mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben, ist ein Besuch des Eis­sportzentrums Oberstdorfs ein Muss. Drei Hallen laden dazu ein, den Eiskunstläu­fern, Curling-Teams und Eishockeyspie­lern beim Training zuzuschauen. Zu trai­ningsfreien Zeiten können die Besucher die eine oder andere Eissportart selbst auszuprobieren.

Mehr als Wintersport

Schneeschuhe

Auch jenseits des Wintersports gibt es einiges zu entdecken – schließlich ist die Gemeinde ein Ort mit reicher Tradition. Einen le­bendigen Einblick vermittelt etwa das Oberstdorfer Heimatmuseum, das in ei­nem alten Bauernhaus untergebracht ist. Die niedrigen Stuben, getäfelten Wände und abgetretenen Dielen sind die per­fekte Plattform für die vielen Objek­te, die die guten und auch die weniger guten alten Zeiten zeigen. Schließlich darf man nicht vergessen, dass der Win­ter, der beim Skifahren oder Bummeln durch die romantisch verschneiten Gas­sen heute so viel Spaß macht, früher eine extrem entbehrungs- und arbeitsreiche Zeit war. So musste das im Sommer ge­erntete Heu von den verschneiten Ber­gen heruntergeholt werden, wobei man spezielle Schneeschuhe trug. Heute ist das Schneewandern wieder sehr beliebt – man muss ja auch keine Heuballen mehr mitschleppen.

Auch die schrittwei­se Entwicklung zur Wintersportdestina­tion zeigt das liebevoll gestaltete Muse­um. Außerdem kann man ein echtes Superla­tiv entdecken: den größten Lederskischuh der Welt. Was den Hofschuhmachermeister Josef Schratt einst dazu bewogen hat, einen so großen Schuh zu schustern, kann man ihn heute leider nicht mehr fragen. Der drei Meter lange und anderthalb Meter hohe Schuh, in dem 18 Rinderhäute und vierzig Meter Bergseil verarbeitet sind, ist ein echter Hingucker. Das authentisch gestaltete Heimatmuseum ist eine Fund­grube für alle, die einen Blick in die Ver­gangenheit werfen wollen. Auch entfüh­ren zahlreiche Heimatkultur-Veranstal­tungen ins traditionsreiche Oberstdorf. Wenn die Gebirgstrachten vorge­führt wird oder der Männergesangs­verein oder die Jodlergruppe auftritt, fühlt man sich direkt zurückversetzt.

Ausstellungen, wie in der Großstadt – Villa Jauss

Oberstdorf hat aber nicht nur tradi­tionelle Kultur zu bieten. Ein besonde­res Kleinod ist die Villa Jauss. Die 1895 von dem Brauereibesitzer Melchior Jauss im toskanischen Stil erbaute Villa ist seit mehr als 20 Jahren ein Ausstellungs- und Veranstaltungsort. „In diesem traumhaf­ten alten Haus stecken ganz viel Idealis­mus und Liebe zur Kunst“, sagt John Pa­trick Kohl, der sich als Kunsthändler und Kurator für unterschiedliche Ausstellun­gen verantwortlich zeichnet, bei denen unter anderem auch Werke renommier­ter Künstler wie Cindy Sherman und Gerhard Richter zu bewundern waren. Nur durch Spenden und den tatkräfti­gen Einsatz von über 150 Vereinsmit­gliedern konnte die Villa Jauss renoviert und dazu gemacht werden, was sie heu­te ist. Sie stellt einen blühender Treffpunkt für bil­dende Kunst, Architektur, Fotografie, Video, Musik und Literatur dar. „Die Villa Jauss zeigt Ausstellungen, die sonst nur in großen Städten möglich wären“, sagt John Patrick Kohl.

Hinaus in die Natur

BreitachklammBreitachklamm

Irgendwann geht es doch wieder hin­aus in die Natur. Zum Beispiel zur Brei­tachklamm, der tiefsten Felsenschlucht Mitteleuropas, die man selbst oder im Rahmen diverser Führungen erle­ben kann. Im Winter wird die Breitach­klamm zum Naturschauspiel. Verwandelt sie sich doch dann in eine märchenhafte Landschaft aus erstarrten Wasserfällen, glitzernden Eiszapfen und mächtigen Eisvorhängen.

Tipp: Übernachten Sie doch im Travel Charme Ifen Hotel Kleinwalsertal und erleben Sie zukunftsweisenden Komfort in authentischer Atmosphäre.