Wahr oder falsch?

Mehr als vier Kilo Nüsse knabbern die Deutschen pro Kopf im Jahr. Fakten und Kurioses rund um den knackigen Kern:

Die Erdbeere ist eine Nuss

Richtig

Was ist eine Nuss? Botanisch betrachtet herrscht hier großes Durcheinander. Nüsse sind Schließfrüchte. Das heißt, sie fallen in geschlossenem Zustand von der Pflanze und öffnen sich nicht von alleine. Die Erdnuss ist etwa eine Hülsenfrucht und mit Erbsen und Bohnen verwandt. Auch Pistazien und Pekannüsse sind keine Nüsse, sondern Steinfrüchte. Damit gehören sie derselben Gruppe an wie Pfirsiche oder Oliven. Verwirrung gibt es auch um die Erdbeere. Die gehört zu den Sammelnussfrüchten. Das süß-­saftige Rote ist nur eine Scheinfrucht. Die eigentlichen Nüsse sind die kleinen, grünen Stippen an ihrer Oberfläche.

Nüsse bringen Nachwuchs

Falsch

Reifen im Herbst besonders viele Haselnüsse, so werden im darauffolgenden Jahr viele Kinder geboren. So weit der ­Mythos. Die Nüsse als Nikolausgabe in den Kinderstiefeln werden übrigens gerne als Metapher für die „Empfängnis“ ­interpretiert. Tatsächlich galt die Nuss immer schon als Fruchtbarkeitssymbol – was vermutlich damit zu tun hat, dass sie so viele Nährstoffe enthält. So soll sie die erste Pflanze gewesen sein, die die letzte Eiszeit in Europa überlebt und sich sehr schnell ausgebreitet hat. So diente sie dem Menschen immer als zuverlässige Nahrungsquelle.

Nüsse sind gut fürs Gedächtnis

Richtig

Aus gutem Grund heißt der Nuss-Trauben-Mix „Studentenfutter“. Nüsse enthalten die Nährstoffe Cholin und Lecithin – das sind Bausteine von Botenstoffen, die unser Gehirn besonders leistungsfähig machen. Besonders effektiv sind Walnüsse: Ihr hoher Gehalt an Vitamin B6 fördert die Konzentration; Vitamin E schützt das Gehirn vor Verkalkung. Eine New Yorker Studie konnte immerhin bei Mäusen eine positive Wirkung auf das Gedächtnis nachweisen. Auch das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, soll sich bei einem regelmäßigen Genuss von Walnüssen verringern.

Die rotbraune Haut an der Erdnuss ist giftig

Falsch

Das ist Unsinn. Sie enthält sogar besonders viele Anti­oxidantien. Das sind chemische Verbindungen, die gegen freie Radikale kämpfen und Krebs vorbeugen sollen. Viele Studien erlauben den Schluss, dass der Verzehr von drei Handvoll Nüssen pro Woche tatsächlich das Erkrankungsrisiko für Krebs verringert. In dieser Hinsicht ist die Hasel­nuss der Erdnuss übrigens klar überlegen. Wegen ihres hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren senkt sie das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen, den Blutdruck und das Diabetes-Risiko.

Nüsse machen dick

Falsch

Nüsse machen nicht dick. Oder haben Sie schon mal ein dickes ­Eich­hörnchen gesehen? ­Trotz­dem sind sie mit 50 bis 70 Pro­zent Fett­anteil kleine ­Kalorienbomben. Vor allem die Macada­mia schlägt mit 700 Kalorien pro 100 Gramm zu Buche und übertrifft damit noch die ­Schokolade. Der Trick besteht zunächst darin, Nüsse nicht zusätzlich, sondern ­anstelle anderer Dinge zu essen. Also dafür Käse oder Butter stehen zu lassen. Forscher der Universität Harvard testeten in einer Langzeitstudie über 50 000 Frauen. Die Damen, die gerne Nüsse aßen, nahmen nicht zu. Sie neigten sogar weniger zur Fülligkeit als die ­Kontrollgruppe. Außerdem verringern Nüsse Heiß­hunger auf kalorienreiche Nasch­waren. Es gibt übrigens einen weiteren Trick: Wer schlecht kaut, nimmt nur einen Teil der Nussfette auf. Der Rest wird ungenutzt wieder ausgeschieden.

Text: Kirsten Niemann

Foto: Sven Fischer / unsplash