Beim Blick auf die Foodtrends 2018 wird deutliche: Gäste wünschen sich, dass Essen ein Erlebnis ist. Kochen und Genießen haben mittlerweile einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Das sind die neuesten Entwicklungen in der Food-Szene:

Sharing is caring

Mediterrane Länder haben es vorgemacht: Am Tisch wird geteilt. Inzwischen kann man diese Foodtrends selbst in ausgewiesenen Gourmet-Restaurants beobachten. Denn wer sich die Gänge teilt, hat mehr Aromenerlebnisse auf der Zunge. Trendforscher sehen darin ein Phänomen der aktuellen Sharing-Kultur und verweisen auf die familiäre Atmosphäre. Kulinariker sprechen vom „Nouveau Bistro“ –viele kleine, aber raffinierte Teller in Tapas-Größe.

Essen erleben

Konsumenten wollen ihre Lebensmittel nicht mehr verbrauchen, sie wollen sie erleben. In Gläsernen Manufakturen etwa, in denen direkt hinter dem Verkaufstresen gewurstet oder gekäst wird. Oder in Kochkursen, mit denen Restaurants ihren Gastraum in die Küche erweitern. Gefragt sind Restaurants, die ihre regionalen Produzenten kennen und den Gästen gar eine Ausfahrt mit dem Fischer oder einen Waldspaziergang mit dem Jäger vermitteln.

Das Ende der Beilage

„Wir werden nicht alle zu Vegetariern, aber wir haben erkannt, dass Fleisch nicht der Mittelpunkt eines guten Genussuniversums sein muss“, sagt die Zukunftsforscherin Hanni Rützler im Food Report 2018. Möhre und Kohl gilt also künftig mehr Aufmerksamkeit. Gefragt sind zunehmend besondere Sorten und besondere Qualitäten aus ökologischem, regionalem Anbau.

Spätes Frühstück

Der Volksmund wusste es schon immer: Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Das gilt umso mehr, seit rund um die Uhr gefrühstückt wird. Vom Birchermüsli über die britischen Sausages bis zu den frankophilen Eggs Benedict machen viele Frühstücksklassiker zu jeder Tageszeit herzhaft satt. Mancherorts gibt es sogar Cocktails, die speziell auf die Frühstücksaromen abgestimmt sind, Abwandlungen der Bloody Mary etwa.

Aroma statt Alkohol

Alkoholfreies Bier ist ein alter Hut, aber gerade denken junge Köpfe dieses Thema ganz neu. Craft-Beer-Pioniere brauen alkoholfreie Pale Ales, in denen die Aromatik des Hopfens im Vordergrund steht: Sie schmecken fruchtig und nuancenreich. Auch die Wissenschaft zieht mit: Es wurden Hefestämme gezüchtet, die Stärke nicht mehr in Alkohol umwandeln.

Die Farbe Lila zählt zu den Foodtrends

Viele Foodtrends sind nachhaltig, fast alle schmecken fantastisch. Aber dieser hier sieht vor allem gut aus: Unser Essen wird farbiger, insbesondere ein sattes Violett werden wir künftig häufig auf den Tellern und an den Marktständen sehen. Alte Kartoffelsorten etwa oder diese Neuzüchtung – eine lila Ananas. Der Vorreiter dieses Trends heißt Ube, das violette Wurzelgemüse aus Asien sieht etwa in der Eiswaffel beeindruckend aus. Auch schön: aromen- wie farbintensive Blauschimmelkäse.

Text: Clemens Niedenthal

Fotos: fotolia / Collage: Raufeld