Gipfelsturm dank Klettersteig. Wir sind am Gipfel angekommen, und das, obwohl hinter uns eine steile Felswand in den Himmel ragt. Wir werfen einen Blick in die Tiefe. Das hätten wir uns heute Morgen noch nicht erträumen lassen. Wie Profis haben wir uns an Felsvorsprüngen festgeklammert. Unseren Halt im Gestein gesucht. Und jetzt werden wir für unseren Mut belohnt. Mit dem einzigartigen Gefühl, den Berg tatsächlich bezwungen zu haben.

Prinzip des Klettersteig

Solche oder ähnliche Erlebnisse berichtigen viele Urlauber. Denn Klettersteige liegen im Trend. Nicht zuletzt, weil sie auch Anfängern und Nicht-Kletterern ermöglichen, in verhältnismäßig anspruchsvollem Terrain Felswände zu überwinden. Allein in Österreich wurden in den letzten fünf Jahren mehr als 30 neue Klettersteige gebaut. Das Prinzip ist einfach. An einem natürlichen oder künstlichen Fels befestigte Seile, Treppen oder Klammern sichern den Halt. Ihr Schwierigkeitsgrad wird mit den Buchstaben A für einfach bis E für extrem schwer angegeben.

Im Rofangebirge

Besonders schön kann man so die Gipfel rund um den Achensee entdecken. Das Kletterparadies im Rofangebirge gilt noch als Geheimtipp. Hier locken Routen, die trotz Namen wie Schokoladentafel, Himmelsleiter, Verbohrter Typ oder Hokus Pokus alles andere als ein Kinderspiel sind. Doch auch Einsteiger sind willkommen. Detaillierte Infos über die Klettermöglichkeiten im Rofangebirge und im Karwendelgebirge, wo etwa das Gebiet rund ums Lamsenjoch Geübte mit bis zu 400 Meter hohen Wänden verführt, listet eine Broschüre des Tourismusverbandes Achensee auf.

Schon fast ein Klassiker ist der Achenseer Fünf-Gipfel-Klettersteig, mit dem man gleich fünf Berge auf einen Streich bezwingen kann: Er führt zu den umliegenden Gipfeln von Haidachstellwand, Rosskopf, Seekarlspitze, Spieljoch und Hochiss. Mit einer Länge von zwei Kilometern zählt der Steig zu den längsten in den Alpen. Die Unterteilung in fünf Sektionen und fünf Schwierigkeitsstufen ermöglicht es auch Anfängern, den Klettersteig in Teiletappen zu bezwingen. Und niemand muss dafür extra komplizierte Knoten oder Seilmanöver erlernen. Einzig Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind eine Grundvoraussetzung. Allerdings sollte bei der ersten Tour ein versierter Bergführer mit dabei sein.

Bei einer Wanderung mit Klettersteig können Sie neue Herausforderungen meistern und ganz neue Gipfel erklimmen. Probieren Sie es bei Ihrem nächsten Besuch am Achensee gleich aus.