Müsli, Früchte, Quark, Joghurt, Marmelade, Eier, Käse- und Wurstspezialitäten: Im Urlaub kann man beim Frühstück so richtig schlemmen. So mancher Feriengast tut das allerdings mit schlechtem Gewissen. Denn oft isst man im Urlaub mehr als zuhause. Doch ein solches großes und üp
piges Frühstücksbuffet muss nicht immer eine schlechte Nachricht für die Figur sein. Das 
sagt Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Im Gegenteil: „Ein umfangreiches Frühstücksbuffet im Hotel kann eine gute Gelegenheit sein, mal gesunde Alternativen zum üblichen Frühstücksritual zu entdecken“, empfiehlt die Ernährungsexpertin bereits 2017. „Wer hat schon zu Hause immer eine frische Ananas, Lachs mit Meerrettich und diverse Vollkornbrote zur Auswahl?“, fragt sie.

Frühstück als wichtigste Mahlzeit

Gerade die Vollkornbrote seien nämlich eine exzellente Alternative zum Weißmehlbrötchen, um gut in den Tag zu starten. „Durch die Vollkornprodukte steigt der Blutzuckerspiegel nur langsam an, das ist auf jeden Fall besser für die Gesundheit“, erklärt die Expertin. Sie empfiehlt Hotelgästen, einmal bewusst die Gelegenheit zu nutzen, im Urlaub neue und gesündere Essensgewohnheiten auszuprobieren. Und dabei auch ein bisschen zu genießen. „Wer im Urlaub mal eine Woche lang über die Stränge schlägt, muss noch keine Angst vor Übergewicht haben – entscheidend ist, wie gesund man sich den Rest des Jahres über ernährt“, erklärt sie.

Und schließlich heißt es nicht umsonst, das Frühstück sei die wichtigste Mahlzeit des Tages. „Allerdings gibt es noch keine Studien, die das belegen. Wichtiger ist, wie die gesamte Energiezufuhr des Tages aussieht“, erklärt Gisela Olias. Die amerikanische Harvard-Universität machte zwar gerade mit einer Langzeitstudie Furore, wonach Männer, die auf das Frühstück verzichten, ein höheres Herzinfarkt-Risiko haben. Doch deutsche Wissenschaftler zweifeln inzwischen an der Seriosität dieser Aussage. Schließlich wurden sogenannte Begleitfaktoren, die ebenfalls Herzerkrankungen hervorrufen, wie etwa Rauchen oder Stress, nicht genügend berücksichtigt. Trotzdem, wer morgens mit viel frischem Obst, Gemüse und Bioprodukten eine gute Grundlage legt, ist auf jeden Fall auf der sicheren Seite: „So schützt man sich gut gegen Heißhungerattacken später am Tag, bei denen man dann oft über die eigentliche Sättigung hinaus isst“, so Expertin Olias.

 

Text: Cornelia Wolter