Das leuchtend orange Herbstgemüse macht einfach gute Laune!

Die Wege sind gesäumt von bunten Blättern, die letzten Sonnenstrahlen blinzeln durch die nackten Baumkronen und wo unser Auge hinschaut, begegnet uns ein leuchtendes, wohlgeformtes Orange. Herbstzeit ist Kürbiszeit.

Die köstliche Kulturpflanze ist heute kaum noch aus Haus, Hof und Küche wegzudenken: Mit ihr können wir die raffiniertesten Gerichte zaubern, oder sie als herbstliches Deko-Element in Fenster, Balkonen und Gärten platzieren – allen voran zum Halloween-Fest. Das ist mittlerweile auch in Deutschland zum Brauch geworden und sorgt dafür, dass am 31. Oktober vielerorts schaurig-schöne Kürbisköpfe die Straßen säumen. Aber Kürbisse können noch soviel mehr als nur Leckerbissen und Dekoration zu sein.

Eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt

Was viele nicht wissen: Kürbisse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und sind sogar viel älter als Mais und Bohnen. Der Ursprung der Speisekürbisse liegt in Mittel- und Südamerika. Schon Christoph Kolumbus beschrieb den Kürbis als wichtigste Nahrungspflanze der Indios und Azteken. Dort gehören Kürbisse seit 10.000 Jahren zu den Grundnahrungsmitteln der indigenen Bevölkerung. Es heißt, dass Christoph Kolumbus den Kürbis angeblich von seiner Amerikafahrt nach Europa mitgebracht hätte. Tatsache ist jedoch, dass der Kürbis in Europa und Asien schon lange seinen Einzug gefunden hat und heute nicht mehr wegzudenken ist.

Dicker Kürbis für die schlanke Linie

Der Kürbis ist ein Fruchtgemüse und zählt mit mehr als 90 Prozent Wassergehalt zu den wasserreichsten Gemüsearten. Damit gelten sie als absolute Schlankmacher. Gleichzeitig sind Kürbisse reich an Vital-, Nähr- und Ballaststoffen, was sie zum perfekten Obstersatz im Winter macht. Gerade wer z. B. an Entzündungen, Prostata- und Blasenleiden sowie Hautirritationen leidet, sollte öfter mal Kürbis essen.

Kleine Warenkunde

Mittlerweile werden mehr als 250 Speisekürbissorten gezählt. Besonders beliebt sind der nussig schmeckende Hokkaido-Kürbis, der birnenförmige Butternut-Kürbis und der kleine, flache Patisson, der in seiner Form an ein UFO erinnert. Im Ganzen halten sich einige Kürbissorten bis zu einem Jahr, zerlegt und eingefroren sind sie vier bis fünf Monate haltbar, im Kühlschrank jedoch nur wenige Tage. Für die Verarbeitung muss, bis auf wenige Sorten wie z.B. der Hokkaido, der Kürbis geschält werden. Dafür halbiert man die Frucht zuerst mit einem großen Messer und schabt anschließend die Kerne heraus. Dann werden die Hälften in Spalten geschnitten und das Fruchtfleisch mit einem scharfen Messer von der Schale gelöst.

Kürbis

Kürbiszauber in der Küche

Verantwortlich für die appetitliche Farbe, die den Kürbis auf jedem Teller zum Hingucker macht, ist der Farbstoff Karotin. Der verleiht auch Karotten ihre orangene Färbung. Traditionell wird das Kürbisfruchtfleisch gern zu Suppen oder in Eintöpfen verarbeitet, die gerade im Winter zu wohltuenden Wärmespendern von innen werden. Doch auch als Ofengemüse, Curry oder Dessert machen sich Kürbisse hervorragend.

Rezeptidee Kürbiscurry

Rezeptideen: Schmackhaftes Curry und origineller Kürbispudding

Kürbiscurry

Zutaten: 1 kleiner Hokkaido oder Butternut-Kürbis, 100g Currypaste, 1 große Zwiebel, 1 Dose Kokosmilch (cremig, ca. 400ml), 1 Prise Salz, Gemüsebrühe/Chilipulver, 2EL Öl (für 4 Portionen)

Zubereitung: Den Kürbis in mundgerechte, gleichmäßige Würfel schneiden. Diese sollten nicht zu klein sein, damit das Curry nicht matschig wird. Die fein gewürfelte Zwiebel mit dem Öl in einer großen Pfanne anschwitzen. Die Kürbisstücke dazugeben und 2-3 Minuten weiterbraten. Anschließend die Currypaste unterrühren und kurz anrösten lassen, damit sich die Aromen entfalten können. Kokosmilch einrühren, abschmecken und Gemüsebrühe und Chilipulver nach Bedarf hinzufügen. Dann mit geschlossenem Deckel etwa 15-25 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen, bis der Kürbis die Konsistenz einer garen Salzkartoffel hat. Das Curry kann nun mit Reis serviert werden.

Rezeptidee Kürbispudding

Kürbispudding

Zutaten: 250g Hokkaido-Kürbis, 150ml Kokosmilch, 150ml Schlagsahne, 120g Zucker, 1 Ei, 2 Eigelb, 3 EL Vanillinzucker, 1 Prise Zimt, 1 Msp. geriebene Zitronenschale, Wasser, Öl (für 4 Portionen)

Zubereitung: Kürbis würfeln und ca. 20 Minuten dünsten, dann pürieren und durch ein Sieb streichen. Den Backofen auf 160 Grad Umluft (180 Grad Ober- Und Unterhitze) vorheizen. 80g Zucker mit 2 EL Wasser in einem Topf köcheln lassen, bis er goldbraun karamellisiert. Die Karamellsauce sofort in vier geölte Förmchen gießen. Nun 40g Zucker mit den Eigelben und dem Ei verquirlen. Sahne und Kokosmilch mit dem Vanillinzucker verrühren und aufkochen lassen, dann unter stetigem Rühren in die Eimischung fließen lassen. Die Masse durch ein Sieb streichen und mit dem abgekühlten Kürbispüree mischen. Die abgeriebene Zitrone und eine Prise Zimt hinzugeben, gut verrühren und in die Förmchen füllen. Diese in eine Auflaufform setzen, sie bis zur Hälfte mit kochendem Wasser auffüllen und die Masse im Backofen rund 30 Minuten stocken lassen.

Text: Antje Walschmidt