Gerade Ski-Anfänger und Wiedereinsteiger
 sollten einige Vorkehrungen treffen, um den Schnee unbeschwert und unfallfrei genießen zu können. Hier einige Tipps:

KONDITION: Wippen, wedeln, hüpfen – Skigymnastik mit Rosi Mittermaier und Christian Neureuther war früher der Hit im TV. Heute sind solche Übungen in Vergessenheit geraten. Doch Vorsicht: Was auf der Piste bei Kindern so leicht ausschaut, ist für die meisten Erwachsenen körperlich extrem anstrengend. Und die Verletzungsgefahr für Untrainierte ist nicht zu unterschätzen. Deshalb gilt auch heute noch: Spätestens drei Monate vor Urlaubsbeginn sollten Sportmuffel mit einem Konditionstraining beginnen. Mindestens zweimal pro Woche sollten Kraftübungen im Fitnessstudio und Dehnübungen für die Gelenkigkeit auf dem Programm stehen. Außerdem müssen das Gleichgewicht und die Koordination geschult werden. Das geht zum Beispiel besonders gut mithilfe von Yoga-Asanas wie dem Baum oder dem Krieger. So sind auch Anfänger optimal für die Piste gerüstet.

 

Höheres Unfallrisiko am Nachmittag

 

SICHERHEIT: Neuerdings sorgen immer öfter spektakuläre Pistenunfälle für Schlagzeilen. Doch die gute Nachricht ist: Skifahren ist nicht gefährlicher geworden! Im Gegenteil. Seit Beginn der Statistik-Aufzeichnungen der Auswertungsstelle für Skiunfälle in der Saison 1979/80 sind die Unfallzahlen um mehr als 58 Prozent zurückgegangen. Trotzdem sollte man einige Grundregeln beachten. Dazu zählen etwa keinen Alkohol zu trinken vor der letzten Abfahrt. Zudem steigt das Unfallrisiko jeweils am Nachmittag zwischen 14.30 und 15.30 Uhr. Denn dann sind nicht nur die anderen Skifahrer müde, sondern auch die Pistenverhältnisse oftmals schlechter. Denn in zerfahrenen Spuren bilden sich oft Schneehaufen. Deshalb sollte man dann besonders vorsichtig ins Tal wedeln.

 

AUSRÜSTUNG: Das Material spielt auch beim Thema Sicherheit eine entscheidende Rolle. Denn Skier, Schuhe und Bindung müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. So sollte sich etwa die Bindung zum richtigen Zeitpunkt öffnen, damit ein Sturz glimpflich endet. Wer nur einmal im Jahr in den Skiurlaub fährt, sollte die Ausrüstung auf jeden Fall ausleihen. Dann hat er Topmaterial, das von Experten an die körperlichen Voraussetzungen angepasst wird. Außerdem ist gepflegtes und präpariertes Equipment wichtig: Auch erfahrene Skifahrer wissen oft nicht, dass gut gewachste Skier 30 Prozent Kraftersparnis bringen. Und wer seine Ski gut unter Kontrolle hat, fährt auch mit weniger Risiko. Und auch wenn es keine offizielle Helmpflicht in Österreich gibt: Das Tragen eines Skihelms ist ein absolutes Muss auf der Piste!

 

Schwarze Piste nur für Könner

 

FAHRVERHALTEN: Die Schwierigkeit eines Hangs wird in drei Farbkategorien gemessen: Blaue Pisten sind für Anfänger gedacht und dürfen deshalb nicht mehr als 25 Prozent Längs- und Quergefälle aufweisen. Wer sich jedoch sicher in seiner Fahrtechnik fühlt und sich mehr Tempo wünscht, ist auf roten Abfahrten richtig: Sie haben bis zu 40 Prozent Längs- und Quergefälle. Schwarze Pisten sind dagegen nur für Könner geeignet: Sie sind mit mehr als 40 Prozent Gefälle angelegt, hier sorgen Buckel und Senken dafür, dass der Adrenalinspiegel rasant ansteigt.

 

SKIGEBIETE: Anfänger fühlen sich im Skigebiet Werfenweng besonders wohl: Im Tal bietet eine sehr gute Skischule Kurse für jedes Niveau an. Direkt am Fuße des Hausberges liegen außerdem drei blaue Pisten, die leicht zu meistern sind: Ihr Niveau reicht von absolut einfach bis etwas herausfordernd. Der Achensee bietet auch für Fortgeschrittene Skifahrer viele Möglichkeiten: Ganze 58 Kilometer wohlpräparierte Pisten warten auf Besucher. Sie verteilen sich auf drei Skigebiete, dazu gibt es zwei kleine Übungs- anlagen mit 29 Seilbahnen und Liften. Im Kleinwalsertal fühlen sich dagegen auch absolute Könner gut aufgehoben: 120 Kilometer Pisten in allen Schwierigkeitsgraden warten im Skigebiet Kleinwalsertal-Oberstdorf auf sie.

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