Tobias Strauß führt seit 2014 das Travel Charme Fürstenhaus am Achensee. Wir sprachen mit dem Hoteldirektor über die Freude an der Arbeit, die spannenden Seiten der Hotellerie und das Glück, in einer Region mit so hohem Freizeitwert zu arbeiten

Herr Strauß, 2014 haben Sie mit nur 35 Jahren die Leitung im Hotel Travel Charme Fürstenhaus Am Achensee übernommen. Wie kam es dazu?

Ich hatte zuvor zehn Jahre bei einer Hotelgruppe in Liechtenstein und Vorarlberg gearbeitet und dort die Chance bekommen, den Posten eines Hoteldirektors zu besetzen. Es hat mich immer sehr gereizt, für Travel Charme zu arbeiten. Die Hotelgruppe stand damals schon in dem Ruf, ein sehr guter Arbeitgeber zu sein. Ich hatte einen Tipp bekommen, dass am Achensee diese Stelle frei wurde, und habe mich beworben.

Was haben Sie bei Ihrem ersten Besuch vom Travel Charme Fürstenhaus Am Achensee empfunden?
Ich mochte auf Anhieb diese Architektur, die sich sehr schön in die Landschaft fügt. Das wird besonders deutlich, wenn man vom Berg herunterschaut. Auch der Achensee selbst ist wunderschön, er gibt dem Tal so eine wohltuende Weite. Es ist das einzige Hotel direkt am Wasser. Ich bin übrigens am Mattsee im Salzburger Land aufgewachsen. Mein Elternhaus lag ebenfalls direkt am See. So gesehen habe ich hier ein Stück Heimat wiedergefunden.

Was hat Sie an Ihrer Position im Fürstenhaus besonders gereizt?
Dass ich als Hoteldirektor und Gastgeber mitgestalten darf. In dieser Position eine persönliche Note in das Konzept einzubringen, ist sogar ausdrücklich erwünscht. Das ist mir immer noch sehr wichtig.

Was haben Sie bisher an Neuerungen umsetzen können?
Einige Mitarbeiterinnen aus dem Spa-Bereich hatten zum Beispiel vorgeschlagen, dort einen Raum mit einer Klangliege auszustatten. Ich kannte so etwas vorher nicht und habe es ausprobiert. Die Klänge verursachen Vibrationen, die wie eine Massage wirken. Es war eine sehr angenehme Erfahrung, die ich toll fand. Daraufhin haben wir der Konzernleitung unser neues Konzept präsentiert und es ist angenommen worden. Nun ist die Klangliege ein fixer Punkt auf unserem Spa-Menü. Ein anderes Beispiel betrifft die Küche. Unser Küchenchef hatte die Idee, den „heißen Stein“ auf die Karte zu nehmen, auf dem Fleisch und Gemüse am Tisch zubereitet wird. So etwas hatten wir bisher noch nicht.

Wie es aussieht, sind Sie sehr aufgeschlossen, wenn die Mitarbeiter mit eigenen Ideen zu Ihnen kommen.

Absolut. Die Hotellerie ist ein Teamsport. Einer muss der Trainer sein. Bei jeder Entscheidung müssen die Mitarbeiter mit ins Boot genommen werden. Es ist eine Frage der Wertschätzung und ich freue mich, dass ich mich auf die Expertise der Mitarbeiter verlassen kann. Meine Philosophie ist: Die Software eines Hotels, also die Menschen, die dort arbeiten, ist wichtiger als die Hardware. Der schönste Wellnessbereich nutzt nichts, wenn das Team nicht stimmt. Als Hoteldirektor möchte ich mit gutem Beispiel vorangehen. Ich bin mir für keine Arbeit zu schade. Auch ich trage schon mal Teller, poliere das Besteck oder schippe Schnee, wenn es nötig ist.

Was hat Sie daran gereizt, in der Hotellerie zu arbeiten?
Schon meine Eltern haben gesagt: Du musst später im Tourismus arbeiten! Und ich wusste, es würde mir liegen. Nach den drei Jahren Tourismusschule in Bischofshofen, die ich als Hotelkaufmann abgeschlossen habe, arbeitete ich zunächst als Kellner. Viele Hoteldirektoren haben zuvor an der Rezeption gearbeitet. Ich fand die Food-&-Beverage-Abteilung spannend und habe mich weitergebildet, etwa zum Diplomsommelier. Später folgten Managementkurse und Kurse für Führungskräfte. Wichtig ist, dass man Spaß am Umgang mit Menschen hat.

Dabei ist es nicht immer ganz einfach, diesen Spagat zu schaffen, die wirtschaftlichen Belange und die Rolle als Gastgeber in Einklang zu bringen. Die Hotellerie bietet die schönsten Berufe, weil man sich immer weiterentwickeln kann.

Oft wird beklagt, dass der Beruf sich schlecht mit dem Familienleben verein- baren lässt.
Da habe ich Glück. Meine Frau arbeitet auch im Haus, als Frühstücksdame. Das heißt, wir sehen uns auch tagsüber. Meine Freizeit verbringe ich hauptsächlich mit meiner Familie. Das ist mir ganz besonders wichtig. Es ist natürlich toll, dass diese Region so viele Freizeitmöglichkeiten bietet, die ich gemeinsam mit meinen beiden Kindern und meiner Frau wahrnehmen kann.

Interview: Kirsten Niemann