Oliver Gut leitet das Travel Charme Ostseehotel Kühlungsborn. Dem 48­-Jährigen fiel es nicht schwer, sich einzuleben. 

Herr Gut, welche drei Adjektive kamen Ihnen in den Sinn, als Sie zum ersten Mal ins Ostseehotel Kühlungsborn kamen?
Offen, herzlich, elegant! Ich war wirk­lich überwältigt von der Willkommens­kultur der Mitarbeiter und auch von der Herzlichkeit der Gäste. Es herrscht hier eine Atmosphäre, die ich wunderbar finde und die komplett meinen eigenen Werten entspricht.

Sie haben zuvor in Lübeck elf Jahre ein Hotel geleitet. Ist Ostsee gleich Ostsee?
Kühlungsborn ist ein Urlaubsort mit allem, was dazugehört. Lübeck ist auch eine Handelsstadt, das ist natürlich ein Unterschied. Aber eigentlich denke ich nicht viel über Unterschiede nach. Ich mag die Mentalität der Mecklenbur­ger, sie sind klar und direkt. Und als Kind der Küste, bin ich dankbar und glücklich direkt am Meer arbeiten zu dürfen.

Was gefällt Ihnen an dem Urlaubsort Kühlungsborn?
Die Vielfalt der Dinge, die hier geboten werden, ob sportliche oder kulturelle Events. Besonders mag ich die Kunst­halle mit ihren wechselnden Veran­staltungen. Allgemein gefällt mir, dass alle kulturellen Aktivitäten in der Gemeinde behutsam entwickelt wer­den, nichts ist überladen, sondern gut überlegt. Es geht hier nicht um Super­lative, sondern um Klasse statt Masse.

Fehlt Ihnen hier auch etwas?

Wenn man aufs Meer schaut, sieht man hier in der Ferne vielleicht mal eine Fähre, aber keine großen Schiffe. Die­se „dicken“ Pötte, die fehlen mir.

Ist ihre Familie mit nach Kühlungsborn gezogen?
Unsere Tochter hat gerade in Ham­burg mit dem Studium begonnen und meine Frau ist in Lübeck geblieben. Dort ist nach wie vor unser Lebens­mittelpunkt. Es ist ja nur eine Stun­de Autofahrt entfernt. Familie ist und bleibt das Wichtigste, und meine Frau, mit der ich seit 23 Jahren verheiratet bin, ist das größte Glück in meinem Leben.

Wie entspannen Sie sich privat?

Ich bin gelernter Koch und zu Hause auch derjenige, der meist kocht. Das macht mir Spaß. Meine Frau kümmert sich dafür um den Garten – das macht ihr Spaß. Zeit mit der Familie, das ist meine Entspannung.

Jeder neue Chef bringt auch neue Ideen mit. Was wollen Sie im Ostseehotel Kühlungsborn verändern?
Es sind keine großen Veränderungen geplant. Das Hotel ist ja wunderbar, so wie es ist. Es sind eher die kleinen Dinge, die für charmante Überraschungs­momente sorgen sollen. Seit einigen Monaten haben wir zum Beispiel eine Tapas­Karte, auf der 18 verschieden Tapas vom Königsberger Klops bis zur Jakobsmuschel angeboten werden. Oder die Idee, nun Lampions in die schönen Bäume im Garten zu hän­gen. Wir wollen an der Atmosphäre ar­beiten. Momente mit Augenzwinkern schaffen und den Gast auf seinen näch­sten Aufenthalt neugierig machen.

Haben Sie eine Arbeitsmaxime?

Ein Hotel kann wunderschön gebaut sein, aber das Entscheidende ist die Verbindung zum Gast und die Dienst­leistung. Das ist der „kleine“ Schritt mehr. Jemanden als Gast begrüßen und am Ende des Urlaubs als Freund nach Hause verabschieden – das ist es, was ich mir wünsche.