Innsbruck – umgeben von beeindruckenden Bergen – ist das Zentrum des Tiroler Wintersports. Doch auch kulturell hat die Landeshauptstadt viel zu bieten.

Typisch Innsbruck: „Morgens carven, dann Kultur“

Kultur in Innsbruck

Innsbruck im Winter – da denkt man natürlich gleich ans Skifahren. Kaum irgendwo sonst wird es einem schließlich so leicht gemacht: Neun Skigebiete umfasst die Olympia SkiWorld im Großraum Innsbruck. Dort warten 300 schneesichere Pistenkilometer auf Fahrer aller Niveaustufen. Nordkette-Seegrube, Patscherkofel, Axamer Lizum Muttereralmpark und Schlick 2 000 sind nur einige der Skigebiete. Spektakulär ist das Werk der britisch-irakischen Stararchitektin Zaha Hadid, die die historische Standseilbahn neu gestaltet hat, ebenso wie zuvor schon die Bergiselschanze. Sie fügen sich geradezu fließend in die Landschaft und die Schneewelt rund um Innsbruck ein. Doch auch jenseits der Piste gibt es in Tirols Hauptstadtviel zu entdecken. „Morgens carven, dann Kultur“ – so könnte das Motto Innsbrucks lauten.

Bergiselschanze von Zaha Hadid in Innsbruck

Angeblich nennen die Einheimischen ihre Stadt ja ein zu groß geratenes Dorf. Aber das ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen. In Österreichs viertgrößter Stadt leben immerhin rund 130 000 Menschen. Zwar können Besucher in Innsbruck tatsächlich fast alle Wege zu Fuß bewältigen. Doch die Kulturszene ist sehr aktiv, allein 30 000 Studenten leben in der Stadt, es gibt etliche hervorragende Restaurants und Bars. Abends zeigt das Tiroler Landestheater Opern und Theaterstücke. Die bekannteste Partymeile in Innsbruck erstreckt sich entlang der Ingenieur-Etzel-Straße und des Viaduktbogens in der Nähe des Hauptbahnhofes. Sie wird von Einheimischen „Bogenmeile“ oder kurz „Bögen“ genannt. Hier reiht sich Bar an Bar, und in den Clubs spielen DJs ihre Sets.

Nicht verpassen: berühmte Glockengießerei

Das Glockenmuseum in Innsbruck

Doch auch tagsüber gibt es viel zu sehen, so zum Beispiel das Glockenmuseum. Schon seit dem Jahre 1599 fertigt die Glockengießerei Grassmayr Glocken und Kunstwerke aus Bronze. Das Fachwissen und das Geheimnis ihrer Glockenberechnungen werden seit mehr als 400 Jahren sorgfältig gehütet, durch Forschungen erweitert und bei den Grassmayrs immer wieder vom Vater auf den Sohn vererbt – so ist es nun schon seit 14 Generationen. In mehr als 100 Ländern der Erde erklingen Glocken der Innsbrucker Glockengießerei. Noch vor 15 Jahren wurden 95 Prozent der Glocken an christliche Kirchen geliefert. Seither konnte die Produktion mehr als verdoppelt werden, und zu den Kunden zählen auch orthodoxe Kirchen, Buddhisten, Hinduisten oder auch öffentliche Einrichtungen. Markenzeichen der Gießerei ist eine kunstvoll verzierte Krone, die auf jeder Glocke prangt, welche die Gießerei verlässt – sowie natürlich ein schöner Klang und bei Glockenspielen das perfekte Zusammenwirken der einzelnen Teile.

Die bislang schwerste Glocke, die bei Grassmayr entstand, wog knapp 15 700 Kilogramm und wurde von einem griechisch-orthodoxen Kloster im Nordosten Israels bestellt. Auch die Glocke im Innsbrucker Dom – sie entstand 1846 – stammt von den Grassmayrs. Das berühmte Goldene Dachl Bei einer Führung durch das Museum können Besucher sehen, in welchen Schritten eine Glocke entsteht und im Klangraum sogar selbst mit einem Klöppel unterschiedlich große Glocken schlagen und die verschiedenen Tonhöhen ausprobieren.

Vom Goldenen Dachl bis zu den Swarovski Kristallwelten

Swarovski-Kristallwelten-Store in der Innsbrucker Altstadt

Innsbrucks reiche Geschichte ist gerade in der Altstadt spürbar. Historisch bedeutend wurde die Stadt durch die Habsburger. Unter Kaiser Maximilian I. wurde etwa die prächtige Hofburg im spätgotischen Stil fertiggestellt – sie zählt heute neben der Wiener Hofburg und Schloss Schönbrunn zu den bedeutendsten Kulturbauten Österreichs. Maximilian I. liebte Tirol und Innsbruck: „Tirol ist ein grober Bauernkittel, aber er wärmet gut“, soll er gesagt haben. Er machte das Land zum Mittelpunkt seiner politischen und militärischen Pläne. Kaiser Maximilian I. wurde zwar in Wien beigesetzt, doch in der Innsbrucker Hofkirche steht das Ehrengrab des Monarchen – und es ist eines der prächtigsten Kaisergräber Europas.

Auch das berühmte Goldene Dachl, das Wahrzeichen Innsbrucks, ließ der Kaiser im Jahr 1500 anlässlich seiner Heirat bauen. Das Dach des Prunkerkers ist 3,70 Meter breit und mit 2657 feuervergoldeten Kupferschindeln bedeckt. Zu dem Gebäude gehört auch ein Museum. Nicht weit entfernt vom Goldenen Dachl glitzert und funkelt es nicht weniger: Im Swarovski-Kristallwelten-Store in der Innsbrucker Altstadt findet man neben Schmuck und Uhren auch Wohndekorationen. Etwa 20 Minuten außerhalb der Stadt locken die imposanten Swarovski-Kristallwelten Besucher aus aller Welt an. Zu entdecken gibt es dort einzigartige Wunderkammern.