„Rot wirkt wärmend, blau ist kühlend“, erklärt Physiotherapeutin Natalie Nebert. Dabei deutet sie auf die elastischen Bänder (Kineso Tapes), die vor ihr ausgebreitet liegen. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie bunte Pflaster. Und ganz so falsch ist diese Assoziation auch nicht. Denn beim Kinesio Taping werden tatsächlich Klebebänder verwendet.
 Diese Art der Behandlung gibt es in Deutschland seit etwa fünfzehn Jahren. Doch bei internationalen Sportwettbewerben – sei es im Fußball oder bei den Olympischen Spielen – kann man schon seit Langem Profis mit farbigen Streifen auf Oberschenkel oder Schulter beobachten.

Kinesio bei Migräne

Doch Kinesio Taping wird nicht nur bei Profisportlern angewandt. „Die Methode hilft bei Verspannungen, unterstützt die Gelenke und wirkt entzündungshemmend“, erklärt Natalie Nebert. Denn die Bänder wirken auch nach Operationen oder bei Muskelfaserrissen unterstützend. Sogar bei Migräne und muskulärem Tinnitus werden sie erfolgreich eingesetzt. „Weil der Schmerz schnell nachlässt, werden zudem Schonhaltungen und Folgeprobleme wie Verspannungen vermieden“, sagt die Physiotherapeutin.

Die farbigen Tapes bestehen aus dehnbarem Material. Dieses beeinflusst Muskulatur, Bänder und das Lymphsystem positiv. Auf diese Weise werden körpereigene Heilungsprozesse in Gang gesetzt. Und die Bewegungsfähigkeit der Gelenke und Muskulatur wird aktiviert. Bei jeder Bewegung wird die Haut sanft massiert. Das regt den Stoffwechsel, Lymph- und Blutfluss an. Die Bänder sind elastisch, atmungsaktiv, hautfreundlich und haben selten Nebenwirkungen. Auch beim Baden oder Duschen können sie auf der Haut bleiben. Wie eine zweite Haut dehnt sich das Tape und zieht sich wieder zusammen. Man merkt gar nicht, dass man es trägt.

Positiv überrascht

Nur geschulte Fachkräfte sollten das Taping durchführen. Die 21-Jährige erlernte die Technik im Rahmen ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin. Deshalb weiß sie genau, entlang welcher Muskeln sie die Tapes platzieren muss. Je nach Körperbau und Statur verlaufen diese bei jedem Menschen anders. „Auf die Idee, Kinesio Taping im Hotel anzubieten, brachte uns ein Gast“, erklärt Natalie Nebert. Die Nachfrage ist mittlerweile groß. „Einer hatte Schmerzen im Knie. Und der andere war am Strand umgeknickt. Der nächste klagte über Verspannungen im Nacken“, sagt Natalie Nebert über ihre Kunden. Doch alle seien nach dem Taping sehr positiv überrascht gewesen.

Bild: Raufeld Medien / Yvonne Thieme