Arkona auf der Insel Rügen: Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Irrgarten. Erst beim genaueren Hinsehen erkennt man Rosmarin, Salbei, Kapuzinerkresse und Obststräucher. Hier und da findet man ein paar Sonnenblumen und gelbe Kürbisse, die zwischen den großen grünen Blätter durch blitzen. „Ist alles bio“, erklärt Ernst Heinemann stolz, „die Pflanzen sind so gewählt, dass sie sich gegenseitig begünstigen und Schädlinge fernhalten.“ In dem circa ein Hektar großen Garten, wird weder mit chemischen Pflanzenschutzmitteln noch mit Kunstdünger gearbeitet. So blüht es überall, Insekten und Schmetterlinge flattern durch den Garten und auch die Vögel fühlen sich hier sehr wohl.

Der Rügenhof ist ein beliebtes Ausflugsziel. Am Wochenende erkunden bis zu 5000 Besucher den Gutshof. In den ehemaligen Stallungen des Gutshofs haben sich heute Kunsthandwerker eingerichtet. Im Gutshaus selbst werden kulinarische und regionale Spezialitäten verkauft. Besonders beliebt bei den Gästen ist die rügener Salami. Da zum rügenhof aber auch eine fünf Hektar große Sanddornplantage gehört, sind auch Sanddornprodukte wie Likör bei den Besuchern sehr beliebt.

Quark aus eigener Produktion

Allein in der Molkerei Rügener Inselfrische in Poseritz verarbeitet man pro Jahr zwölf bis 14 Tonnen Sanddornsaft. Aus der herben, sauren Frucht, entstehen sowohl Biosäfte als auch Fruchtaufstriche. Sie wird auch „Zitrone des Nordens“ genannt, allerdings enthält sie fast zehnmal so viel Vitamin C wie eine Zitrone. Auch Holunderbeeren und Schlehenfrüchte werden hier verarbeitet. „Wir achten bei Gelees und Säften darauf, möglichst wenig Zucker zu verwenden“, erklärt Geschäftsführerin Sylva Rahm-Präger. Die Aufstriche werden in 200-Gramm-Gläsern im Hofladen verkauft und gehen in größeren Abpackungen an die Hotels der Insel. Der Schwerpunkt der Molkerei liegt allerdings auf der Herstellung von Milchprodukten. Neben Buttermilch, Naturjoghurt und Quark, entstehen hier auch Frischkäse in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Im kleinen Hofcafé, gibt es einfache Mittagsgerichte wie Pellkartoffeln mit Quark. Zum Nachtisch gibt es täglich frisch gebackenen Buttermilchkuchen oder Quarktorte. Als Zutaten werden die hofeigenen und regionalen Produkte verwendet.

Fangfrischer Fisch

Kohl, Kartoffeln, Wildgerichte
 und natürlich Fisch aus Bodden
 und Ostsee gehören zur kulinarischen Tradition der Insel. Tausende Tonnen davon werden jährlich in der Fischfabrik in Sassnitz verarbeitet. Zu einem Inselbesuch gehört fast zwangsläufig der Verzehr eines Fischbrötchen am Hafen. Auf den Speisekarten der Restaurants findet man fast immer fangfrische Produkte wie Aal, Dorsch, Hering, Hecht, Flunder, Scholle, Steinbutt oder Zander.

Nach einer kurzen Experimentierphase in der Nachwendezeit verwenden heute wieder viele Gastronomen in ihren Küchen regionale Produkte. Darauf haben sich auch die Produzenten eingestellt. In traditioneller Weise stellen viele von ihnen hochwertige Erzeugnisse her. Beliebt sind beispielsweise die Fängen der Fischerfamilie Peters in Polchow, am Jasmunder Bodden. „Im späten Frühjahr fangen die Peters zum Beispiel Hornfisch – einen schmackhaften Fisch mit grünen Gräten“, schwärmt der Küchenchef des Kurhaus Binz.

Bild: Cornelia Wolter