Baldrian beruhigt die Nerven. Kamille besänftigt den Magen. Und eine Salbe aus Ringelblume wirkt heilfördernd. Das Wissen um Heilkräuter, ist manchen Menschen heutzutage abhanden gekommen. Doch beispielsweise Lydia Fritz-Illg arbeitet gegen das Vergessen der Naturheilkunde. Die Kräuterfrau weiht Gäste des Travel Charme Ifen Hotels im Kleinwalsertal auf Wanderungen gern ein in die Welt der wilden Heilpflanzen. Und sie stellt mit ihnen zusammen Kosmetik oder Tees her. Roter Klee sei ganz besonders wichtig, weil er gut für die Zellen ist. Und Frauenmantel vermag, den Hormonhaushalt der Damen zu regulieren, erklärt die Kräuterfrau.

Heilkräuter sorgen für Millardenumsatz

Ob im alten China, in der Antike oder dem Mittelalter – seit Jahrhunderten befassen sich Menschen mit pflanzlichen Heilmitteln und Heilkräutern. Sie versuchen damit Krankheiten zu kurieren. Bis heute gehört die moderne Phytotherapie zur Schulmedizin. Und da nur wenige pflanzliche Präparate verschreibungspflichtig sind, greift fast jeder hin und wieder dazu. Denn der Trend zur Selbstmedikation mit pflanzlichen Mitteln – besonders bei leichteren Beschwerden wie Erkältungen oder Schlaflosigkeit – ist in den vergangenen 30 Jahren beträchtlich gestiegen. Mit pflanzlichen Heilmitteln werden mittlerweile jährlich mehrere Milliarden Euro umgesetzt.

Zu den am häufigsten verkauften Pflanzen zählen hierzulande Ginkgo, Johanniskraut und die Teufelskralle aus Südafrika. Doch nicht nur kleinere Beschwerden können mit Pflanzenwirkstoffen bekämpft werden. Auch bei Herz-Kreislauf-Leiden werden sie eingesetzt. Sogar das wichtigste moderne Herzmittel, Digitalis, ist pflanzlichen Ursprungs.

Rosmarin gegen niedrigen Blutdruck

Schon Hildegard von Bingen hat im Mittelalter in ihrem Buch „Physica“ insgesamt knapp 300 Kräuter, Sträucher und Bäume mit ihrer Heilwirkung auf den Menschen beschrieben. Die Äbtissin verknüpfte damals erfolgreich Klostermedizin und Volksheilkunde miteinander. Denn der eigene Hausgarten oder die Natur vor der Haustür können zu einer wahren Apotheke werden. Birkenblätter etwa helfen bei Blasen- und Harnwegsbeschwerden: Für eine Tasse Tee einfach zwei bis drei Teelöffel zerkleinerter Birkenblätter überbrühen. Danach zehn Minuten ziehen lassen und mehrere Tassen davon am Tag trinken.

Getrocknete Heidelbeeren wirken gegen Durchfall und sogar gegen Entzündungen in Mund und Rachen. Einfach aus getrockneten Heidelbeeren (zwei bis drei Esslöffel) und einem halben Liter Wasser einen Sud kochen und diesen verdünnt zum Gurgeln verwenden. Bei Hautentzündungen wiederum sind beispielsweise Umschläge mit Wallnussblättersud lindernd. Rosmarin hilft dagegen gegen niedrigen Blutdruck und auch bei Verdauungsbeschwerden.