Leuchttürme – Sie führen Seefahrer durch Felsen und Klippen in den sicheren Hafen. Landratten schätzen die schmucken Bauten als Ausflugsziel und Fotomotiv

Wenn Regen oder Sturm über die Ostsee peit­schen und Mensch und Tier nach Schutz suchen, trotzen die Leuchttürme Wetter und Gezeiten. Sie krönen Dünen, stehen an Steil­klippen und senden ihr Licht aufs Meer hinaus. Sie sind aus Backstein, Eisen oder Stahl gebaut. Man kennt sie in Weiß, Rot oder gestreift.

Nachts geleiten die Leuchtfeuer Seefahrer in den sicheren Hafen. Dafür musste früher die Lichtquelle – das Feuer – vom Leuchtfeuerwärter stetig nachgedreht werden. Ab 1920 wurden die nordöstlichen Seefeuer an die Stromnetze ange­schlossen. 1978 setzte schließlich das Ende der Ära der Leuchtfeuerwärter ein – seither sind alle deut­schen Leuchttürme automatisiert. Folglich sind alle Seeufer der Ostsee heute unbemannt. Einsam sind die Leuchttürme dennoch nicht: Ihr rauer Charme und die Sehnsucht nach dem Meer lo­cken Besucher auf die Aussichtsplattformen. Denn wer erst mal die steilen Stufen eines Turms hinaufgewandelt ist, kann einen der schönsten Aus­blicke auf die Ostsee genießen. Nicht selten wird im Turminneren zu einem historischen Rundgang geladen.

Ältestes aktives Leuchtfeuer Mecklenburg-Vorpommerns

Der 35 Meter hohe Leuchtturm Darßer Ort an der Nordwestspitze von Fischland-Darß-Zingst aus dem Jahr 1848 ist einer der ältesten an der Ostsee und immer noch in Betrieb. Der Turm befindet sich inmitten des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Vom Turmdeck genießt man bei klarer Sicht einen grandiosen Ausblick bis nach Hiddensee und zur Kreideküste der Insel.

Leucgtturm Darß

Öffnungszeiten:

Mai–Okt., 10–18 Uhr,
Nov.–April, Mi–So
11–16 Uhr

So kommen Sie hin:

Darßer Ort 1–3
18375 Born a. Darß

Historisches Wahrzeichen in Warnemünde

Seit 1898 grüßt der runde Leuchtturm Warnemünde von Weitem. Im Inneren des 37 Meter hohen Turms – aus weiß glasierten Ziegelsteinen, mit kupfernem, kuppel­förmigem Dach und zwei Aussichtsgalerien – führt eine Granit-Wendeltreppe bis in die Laternenstube. Bis zur oberen Galerie sind es 135 Stufen. Von hier aus liegt den Besuchern das ehemalige Fischerdorf Warnemünde zu Füßen.

warnemunde- Leuchtturm

Öffnungszeiten:

Ostersamstag bis
1. Oktoberwoche, 10–19 Uhr

So kommen Sie hin:

Am Leuchtturm
18119 Rostock

Doppeltes Vergnügen auf Rügen

Sie gelten als Wahrzeichen Rügens – der Alte und der Neue Leuchtturm am Kap Arkona. Der 21 Meter hohe „Schinkel­turm“ entstand 1827 auf einem quadra­tischen Gemäuer nach den Entwürfen des klassizistischen Architekten Karl Friedrich Schinkel und ist – nach dem Travemünder Leuchtturm – der zweitälteste der Ostsee. Bis 1905 wies er Seemännern den Weg. Über eine gusseiserne Wendeltreppe kann die Aussichtsplattform des Backsteinbaus erreicht werden. Der 35 Meter hohe Neue Leuchtturm steht direkt neben dem Alten auf einem achteckigen Granitsockel: 175 Stufen führen zur Panorama-Aussicht.

Leuchtturm Rügen

Öffnungszeiten:

April 10–16 Uhr, Mai/
Okt. 10–17 Uhr, Juni/Sep.
10–18 Uhr, Juli/August
10–19 Uhr, Schinkelturm
zusätzlich: Nov.–März 11–16 Uhr

So kommen Sie hin:

Kap Arkona 3,
18556 Putgarten

Höchstes Leuchtfeuer an der Swinemündung

Mit seinen 68 Metern ist der Leucht­turm an der Swinemündung auf der Insel Wollin der höchste an der Ostsee und eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Swinemünde. 1857 wurde zum ersten Mal ein Feuer für die Seefahrer angezündet. Seit den 1920er-Jahren leuchtet dort eine elektrische 4 200-W-Glühlampe.

Usedom Leuchtturm

Öffnungszeiten:

täglich 10–18 Uhr,
im Sommer 10–20 Uhr

So kommen Sie hin:

Ostufer der Świna in
Chorzelin, Świnoujście
(Swinemünde)

Lassen auch Sie sich von den Wahrzeichen der Ostsee in den Bann ziehen. Die passende Übernachtung finden Sie bei den Travel Charme Hotels & Resorts.

TEXTE: ANTJE WALDSCHMIDT