Sauna-ABC – Unsere Tipps und Tricks zum richtigen Schwitzen

Relax-Refresh-Renew. Wellness und Entspannung für Körper, Geist und Seele. An kalten Tagen soll man sich bekanntlich warme Gedanken machen. Wir helfen dabei und begleiten Sie von A-Z durchs Sauna-ABC.

Aufguss

Das aufgegossene Wasser verdampft auf den heißen Steinen und die Luftfeuchtigkeit steigt um 50 Prozent an, dadurch fühlt sich die Luft sofort viel heißer an. Wer Hit­ze gut verträgt, wird das genießen, für andere ist es ein Grund zur Flucht. Allerdings sollten Sie die Sauna dann vor ­und nicht während des Aufgusses verlassen. Viele Spas bieten Aufguss­zeremonien an, mit Frucht- oder Kräuter­aromen und schwung­vollem Handtuch­wedeln vom Sauna­meister.

Badebekleidung

Sie ist in England und Nordamerika ein Muss, im südlichen Eu­ropa üblich, in Skandinavien und den deutsch­sprachigen Ländern dagegen un­erwünscht. Hier gilt die Sauna als textil­freie Zone. In der Sauna­landschaft trägt man Hand­tücher oder Bademäntel und Bade­schuhe. Vor dem Saunieren aber wird das alles ausgezogen.

Cool-down

Am besten geht es direkt nach der Sauna kurz in den Frischluftbereich. Danach wird kalt geduscht, von den Füßen und Händen aus zum Herzen hin. Das kurbelt Kreislauf und Durchblutung an. Ein eiskaltes Tauchbad ist nur für Menschen ohne Blutdruckprobleme zu empfehlen.

Dampfbad

Für die Atemwege ist ein Dampfbad eine Wohltat – insbesondere im Winter, wenn die Nasenschleimhäute draußen durch Kälte und drinnen durch trockene Heizungs­luft gereizt werden. Trotzdem empfindet nicht jeder den warmen Nebel als angenehm. Die Temperatur ist hier mit 40 bis 50 Grad Celsius zwar deutlich nied­riger als in einer finnischen Sauna (etwa 90 Grad Celsius), die Körper­temperatur jedoch höher. Denn durch die hohe Luftfeuchtigkeit kann der Schweiß auf der Haut nicht gut verdunsten. Weiter geht’s mit Buchstabe E im Sauna-ABC.

Erholung

Ruhen Sie sich zwischen den Saunagängen 20 bis 30 Minuten aus, am
besten im Liegen. Ins­gesamt sind zwei bis drei Saunagänge, die sich auf zwei bis drei Stunden verteilen, optimal.

Frottee

Breiten Sie Ihr Handtuch so auf dem Holz aus, dass die gesamte Sitz- oder Liegefläche mit Stoff bedeckt ist.

Gesundheit

Saunieren ist gesund, aber nicht uneingeschränkt für jeden zu empfehlen. Bei Herz-Kreislauf-Problemen und hohem Blutdruck sollte man vorab lieber bei seinem Arzt nach­fragen. Wer Krampf­adern hat, sauniert besser nur im Liegen – am besten mit leicht erhöhten Beinen. Bei Erkältungen meidet man die Sauna besser.

Hitze

Eine finnische Sauna wird normalerweise auf 70 bis 100 Grad aufgeheizt. Für die Platzwahl gilt: je höher die Bank, desto höher die Temperatur. Anfänger können auch mit einem Saunarium bei 50 bis 70 Grad starten.

Infrarot

Die Infrarot­sauna – auch Bio-Sauna genannt – eignet sich für alle, die große Hitze nicht vertragen. Hier wird die Betriebs­temperatur von 45 bis 60 Grad Celsius durch Infrarotstrahlung erzeugt. Die Luftfeuchtigkeit ist höher als in einer finnischen Sauna und die Verweildauer länger (15 bis 30 Minuten). Häufig sind Bio-Saunen mit wechselnden Farbleuchten ausgestattet, sie sollen das Wohl­befinden zusätzlich steigern.

Kinder

In Finnland dürfen schon kleine Kinder mit in die Sauna, in anderen Ländern ist das eher unüblich. Es gibt keine verlässlichen Studien, nur geteilte Meinungen. Die einen halten den Sauna­besuch ab dem vierten Monat für unbedenklich, andere emp­fehlen, ein bis zwei Jahre zu warten. Letzt­lich tragen die Eltern die Verantwortung. Wenn Sie Ihr Kind mitnehmen, sollte es kürzer saunieren und langsamer abkühlen als Erwachsene. Ein Sauna­gang genügt. Bei größeren Kindern ist es wichtig, dass sie selbst Lust dazu haben.

Magen

Mit großem Hunger macht Sauna nicht viel Spaß. Dann ist der Blut­zuckerspiegel nied­rig und die Hitze belastet den Kreislauf zusätzlich. Direkt nach einer Mahlzeit ist die Sauna aber auch nicht der richtige Ort. Das letzte Essen sollte leicht sein und am bes­ten einige wenige Stunden zurückliegen.

Nachher

Um das Nachschwitzen zu unterbinden, das oft noch auftritt, wenn man sich schon längst umgezogen hat, hilft ein heißes Fußbad nach dem letzten Saunagang. Da die Haut viel Feuchtigkeit verliert, sollten Sie sich nach dem letzten Sauna- und Dusch­gang gründlich mit einer fettreichen ­Lotion eincremen.

Peeling

Warmer Wasserdampf öffnet die Poren. Körperpeelings direkt nach dem Saunieren sind deshalb besonders
effektiv.

Rücksicht

Legen Sie sich nur hin, wenn es genug Platz in der Sauna gibt, sonst setzen sie sich auf die Bank. Saunen sind Orte der Stille, auf Gespräche sollten Sie deshalb gänzlich verzichten.

Schwindel

Wenn Sie im Liegen saunieren, setzen Sie sich ein bis zwei Minuten vor Ende des Sauna­gangs aufrecht hin, statt abrupt aus der Horizontalen aufzustehen. So vermeiden Sie unötigen Schwindel.

Tageszeit

Für geübte Saunierer ist ein abend­licher Schwitzgang Entspannung pur und damit die beste Vo­raussetzung für eine geruhsame Nacht. Anfänger gehen besser tagsüber in die Sauna. Bei ihnen können die ex­tremen Temperaturschwankungen Stresshormone ausschütten, die sie am Einschlafen hindern. Für was steht wohl der Buchstabe U im Sauna-ABC?

Umgangsformen

U Für Umgangsformen! Wer eine Sauna betritt, sollte die anderen Besucher begrüßen. Das trägt zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Das Gegenteil bewirkt, wer seine Mit-Saunierer zu ausgiebig und interessiert mustert. Schließlich lässt sich niemand gern anstarren – schon gar nicht nackt.

Vorher

Vor dem ersten Sauna­gang zu duschen, ist nicht nur aus hygienischen Gründen unerlässlich. Es erleichtert auch das gesunde Schwitzen, das sonst durch den Fettfilm auf der Haut gebremst wird.

Wasser

Trinken Sie reichlich vor und nach jedem Schwitzgang, um Ihren Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, am besten Wasser oder Saftschorle. Als Richtwert sind insgesamt drei Liter während eines zwei- bis dreistündigen Sauna­aufenthalts ratsam.

Zeit

Die zeitliche Minuten-Faust­regel lautet „15-15-30“, also 15 Minuten saunieren, 15 Minuten abkühlen, 30
Minuten ruhen. Wenn es Ihnen angenehmer erscheint, sind auch acht bis zwölf Minuten pro Sauna­gang in Ordnung. Wechseln Sie auf die untere Bank, wenn es Ihnen oben zu heiß wird.

Saunas haben einen rundum positiven Effekt für Ihre Gesundheit. Die Abwehrkräfte werden aktiviert und der Stoffwechsel sowie das Herz-Kreislauf-System trainiert. Der ideale Ort also, um zu entspannen – gerade im Winter. Unsere Tipps und Tricks des Sauna-ABC sollen Ihnen helfen, gesund und organisiert schwitzen zu können.

Text: Meike Wöhlert

Foto: Fotolia / acnaleksy, Koloriert von : Raufeld