Die Kreationen der Wiener Kaffeehauskultur haben Maßstäbe gesetzt. Kaffee bestellen und dann stundenlang im Café sitzen, um zu lesen oder zu plaudern. Die Tradition reicht zurück bis ans Ende des 17. Jahrhunderts. Seit 2011 gehört sie sogar zum immateriellen Kulturerbe der Unesco. In den traditionellen Kaffeehäusern entstanden über 50 verschiedene Zubereitungsarten von Kaffee. Sie variieren in Größe der Schalen, Anrichten der Gläser, vor allem aber bei der Zugabe von Milch, Sahne, Zucker und Spirituosen. Hier eine kleine Auswahl an Kaffeespezialitäten und was sich dahinter verbirgt:

 

Kleiner /
großer Schwarzer

Das ist einfacher oder doppelter Mokka, also mit heißem Wasser unter Druck hergestellter Kaffee. Auf diese Weise entsteht ein tiefschwarzer Mokka, der bitter schmeckt.

 

Kleiner /
großer Brauner


Um aus einem Schwarzen einen Braunen zu machen, wird einfach Milch oder Schlagobers (Schlagsahne) hinzugegeben. Diesen serviert man in einem kleinen Porzellankännchen. Das hat den Vorteil, dass der Gast
 das Mischverhältnis selbst bestimmen kann. Und schon ist die nächste Kaffeespezialität entstanden.

 

Verlängerter

Das ist ein kleiner Schwarzer oder kleiner Brauner, der mit der gleichen Menge an heißem Wasser verdünnt wird.

 

Kapuziner

Hierbei handelt es sich um einen kleinen Mokka, der mit wenigen Tropfen Schlagobers versehen wird. Dadurch erhält er die Farbe einer Kapuzinerkutte. Übrigens entstand aus dem Kapuziner in Italien der Cappuccino.

 

Fiaker

Großer Mokka 
im Glas mit viel Zucker und einem Schnapsglas Sliwowitz oder Rum.

 

Wiener melange

Die Wiener Melange besteht 
zu gleichen Teilen aus Kaffee oder Espresso und aufgeschäumter Milch. Letztere wird in einem großen Glas mit Zucker oder Honig vermischt.

 

Eiskaffee

Der Eiskaffee besteht aus einem Drittel Kaffee, einem Drittel Eis und einem Drittel Schlagobers.
 Er wird in einem hohen Glas mit Strohhalm und Löffel serviert.

 

Einspänner

Kleiner Mokka
 im Glas mit viel Schlagobers und Staubzucker. Er wird nicht umgerührt. Stattdessen wird der heiße Kaffee durch das kalte Schlagobers getrunken. Sein Name geht auf die einspännigen Pferdefuhrwerke zurück. Deren Kutscher haben damals den Kaffee in der einen, die Zügel in der anderen Hand gehalten. 
Die dicke Schicht Schlagobers sorgte dafür, dass der Kaffee lange heiß blieb.