Was ist Qi Gong?

Die Gesundheit zu erhalten, ist ein­facher, als eine Krankheit zu ­heilen – so lautet das oberste Prinzip der traditionellen chinesischen ­Gesundheitslehre. Qi Gong ist ein ­Baustein dieser Denkweise. In China wird Qi Gong seit vielen Tausend Jahren praktiziert.

QiGong

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Die Idee: ­mithilfe langsamer, fließender ­Bewegungen Körper und Geist ins Gleich­gewicht bringen. In der westlichen Welt ist diese sanfte Bewegungslehre erst seit einigen Jahrzehnten bekannt. Der Begriff „Qi Gong“ selbst ist ein zusammengesetztes Wort, das in den 1950er Jahren entstand. Denn nach dem Verständnis der chinesischen Heilkunde wird die Lebensenergie, „Qi“ genannt, nicht nur über Nahrung und Atmung aufgenommen, sondern auch durch Bewegung. „Gong“ wiederum lässt sich mit „Arbeit“ übersetzen. Wer Qi Gong betreibt, leistet also „Energiearbeit“. ­Konkret bedeutet das meist eine Reihe von Übungen, die Konzentration, Beweglichkeit und das eigene Wohlbefinden fördern. Das Schöne: Für Qi Gong benötigt man keine ­spezielle Ausrüstung und es ist für jedes Alter geeignet.

Das Qi

Nach traditioneller chinesischer Vorstellung durchfließt die Lebensenergie des Qi (gesprochen „Tschi“) unseren Körper und steuert dabei jegliche Aktivitäten: von einfachen Bewegungsabläufen über Verdauung und die Produktion von Hormonen bis zu Gefühlsregungen. Für die Gesundheit ist es nach fernöstlichem Verständnis wichtig, dass das Qi harmonisch fließt, damit Krankheiten vermieden werden.

3 einfache Qi Gong-Übungen

Die folgenden Übungen sollten Sie einen Monat lang ausprobieren. Sie werden erleben, wie sich ihr allgemeines Wohlbefinden steigert. Ihr Energie-Level wird kontinuierlich angehoben – von Stress und sorgenvollen Gedanken keine Spur mehr.

1.  Der breite Hüftstand

Qigong: Der breite Hüftstand

  • Stellen Sie die Füße parallel in hüftbreiten Abstand, Knie leicht gebeugt. Becken und Fersen sollten in einer Linie übereinanderstehen. Das Körpergewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilen. Der untere Rücken entspannt sich, Arme und Schultern hängen locker zur Seite.
  • Die Schultern lassen in der Achsel etwas Raum. Bauch, Rücken, Schultern und Nacken entspannen, gleichmäßig atmen. Bei dieser Übung hilft es, sich vorzustellen, dass der Kopf gen Himmel strebt, während die Füße in den Boden sinken. Spüren Sie in dieser Position eine kurze Weile in Ihren Körper hinein.

2. Den Bogen spannen

Qigong: Den Bogen spannen

Kreuzen Sie die Arme auf Höhe der Handgelenke vor der Brust (linke Hand außen), die Handflächen zeigen zum Körper. Drehen Sie die linke Handfläche nach außen und formen Sie mit Zeige- und Mittelfinger ein V. Mit der Einatmung den linken Arm geschmeidig vom Körper weg zur linken Seite führen, den Kopf nach links wenden und durch die beiden gespreizten Finger schauen. Die rechte Hand bleibt vor der Brust – so als würden Sie einen Bogen spannen. Die rechte Schulter schiebt sich dabei leicht nach hinten. Mit der Ausatmung strecken Sie nun den rechten Arm nach rechts, wenden den Blick geradeaus und kreuzen die Arme anschließend in einer fließenden Bewegung erneut vor der Brust (rechte Hand außen). Wiederholen Sie die Übung nun spiegelverkehrt.

3. Den Himmel stützen

Qigong: Den Himmel stützen

Verschränken Sie nun die Finger vor dem Unterleib, führen Sie dann die Arme mit der Einatmung vor dem Körper mit angewinkelten Ellenbogen über den Kopf und drehen Sie dabei auf Höhe des Gesichtes die Handflächen nach außen. Über dem Kopf drücken Sie dann die Ellenbogen etwas durch und „stützen den Himmel“. Die Schultern dabei leicht nach unten drücken, Bauch und Rücken entspannt lassen. Spüren Sie, wie das Steißbein Richtung Boden sinkt und sich der Rücken verlängert. Beine und Knie bleiben unverändert. Bewegen Sie mit der Ausatmung die Arme gleichmäßig seitwärts nach unten und beginnen Sie in einer fließenden Bewegung von vorne.