Schnöder Sand wird unter ihren Händen zu etwas Großartigem. Knapp 40 Sandskulpturen Künstler haben auf Rügen und Usedom große Werke geschaffen. Sie können den ganzen Sommer über bewundert werden. Allein auf Usedom verarbeitete ein 50-köpfiges Team rund 9000 Kubikmeter Sand. Die Ausstellungen tragen jedes Jahr andere Namen. „Die Bibel in Bildern“ zum Beispiel mit David gegen Goliath, der Arche Noah und dem Abendmahl.

Auf Rügen dagegen gab es schon die „Zeitreise durch die deutsche Geschichte“ mit historischen Persönlichkeiten. Zu sehen waren Karl der Große, Martin Luther oder Albert Einstein, aber auch deutsches Kulturgut wie Haribo-Bärchen oder Pumuckl. Sogar die Berliner Mauer wurde gezeigt. Auch hier kamen 16000 Tonnen Sand zum Einsatz.

Alle Skulpturen sind einzig aus Sand und Wasser gefertigt. Beeindruckend sind die filigranen Details der Kunstwerke, die mit Marshall-Tool und Schaber gefertigt wurden und Geschichten auf ihre eigene Weise erzählen und interpretieren. Manche Skulpturen ragen dabei bis zu sieben Meter in die Höhe.

Feiner Spezialsand

Die 36 Sandskulpturenkünstler, auch Carvere genannt, zählen zu den besten der Welt. Sie kommen aus 16 verschiedenen Ländern, darunter England, Ungarn, Lettland und Russland. Künstlerischer Leiter ist Martin de Zoete aus Holland. Der studierte Architekt arbeitet seit 15 Jahren als Sandkünstler. Ob er es nicht schade findet, dass seine Werke nach einigen Wochen verschwinden? „Nein, bis dahin wurden sie ja von vielen Menschen angeschaut“, sagt er. „Und so haben wir im kommenden Jahr wieder etwas zu tun“, fügt er lachend hinzu.

Übrigens ist nicht nur Talent, sondern auch Geduld nötig: Ganze zwei Wochen haben die Künstler an ihren Werken gearbeitet. Wer das nachmachen will, wird mit einfachem Strandsand seine Schwierigkeiten haben. Die Profis arbeiten mit feinem Spezialsand. Aber eine schlichte Kleckerburg ist ja auch schon mal ein Anfang.

 

Das Sandskulpturenfestival Usedom und das Sandfest Rügen sind von März  bis November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und können gegen Eintritt besucht werden.