In Heringsdorf steht der größte Strandkorb der Welt. Er misst sechs mal vier mal drei Meter, hat Licht und sogar einen WLAN-Hotspot gleich nebenan. Gebaut wurde der Korb von der „Korbwerk Manufaktur“. Monatelang arbeiteten die Schreiner und Flechter der ältesten noch produzierenden Strandkorbmanufaktur Deutschlands an diesem Strandmöbel der Extraklasse. Rund 3,5 Kubikmeter Holz, 85 Quadratmeter Stoff und drei Kilometer Flechtband haben sie in weit mehr als 1000 Stunden verarbeitet. Sogar ein Fundament wurde für das neue Heringsdorfer Wahrzeichen gegossen. „Damit er nicht bei jeder Windböe umkippt“, erklärt Dirk Mund, Geschäftsführer der Manufaktur.

Bei der feierlichen Einweihung fanden 91 Menschen in dem riesigen Strandkorb Platz – und es blieb durchaus noch etwas Luft. Seitdem hat sich der riesige Strandkorb bereits zu einem der beliebtesten Fotomotive der Insel entwickelt.

Strandkorb als Ostseebotschafter

Doch nicht nur auf Usedom sind die Strandkörbe der Firma bekannt. „Wir liefern nach ganz Europa, aber auch in die USA und sogar bis Chile“, erklärt Mund. Dabei seien es aber im Normalfall Deutsche oder deren Nachkommen, die sich damit ein Stück Heimat kauften. „Der Strandkorb ist etwas, das es traditionell nur in Deutschland gibt“, erklärt Mund. Deshalb sucht man sie auch an spanischen oder französischen Stränden vergebens.

Über eine mangelnde Nachfrage kann sich die Korbwerk Manufaktur dennoch nicht beklagen. Durchschnittlich 2000 Körbe produziert das Unternehmen pro Jahr. Gefertigt wird jeweils nach Bestelleingang. „Normalerweise brauchen wir sieben Wochen für Herstellung und Lieferung“, sagt Mund. Oft sind es gastronomische Betriebe, die Körbe bestellen, häufig aber auch Privatleute. Zwischen 900 und 7500 Euro kostet ein Exemplar – je nach Ausstattung. Denn die Strandkörbe gibt es längst nicht mehr nur in einfacher Ausführung, sondern etwa auch mit Sitzheizung, LED-Beleuchtung und Soundanlage – eines haben sie aber alle gemeinsam: Ob auf einem deutschen Balkon oder im amerikanischen Garten – sie sorgen für Ostseeatmosphäre überall auf der Welt.

Bild: Usedom Tourismus / Andreas Dumke