Ein Korb, ein paar Handschuhe, eine Schere, und los geht’s. Im Sommer kann man sich sein Abendessen ganz einfach am Wegrand pflücken. Waren Wildkräuter früher vor allem wegen ihrer heilenden Wirkung als Tees gefragt oder galten gar als Unkraut, kommen sie immer häufiger als leckere und nährstoffreiche Zutat ­köstlich-frischer Gerichte auf den Tisch.

Intensiver Geschmack

Allein in Deutschland wachsen 15 000 essbare Kräuterarten. Roh eignen sich junge Wildkräuter besonders gut als Salat oder für einen grünen ­Smoothie. Kräuterbutter und Quark verleihen sie das gewisse Extra. Man kann sie auch zu Pesto verarbeiten, und mindestens ebenso gut kommen sie in Suppen, Omeletts, Risotto, Gemüsetorten, zu Knödeln oder Gnocchi zur Geltung.
Im Geschmack sind die meisten Wildkräuter erheblich intensiver als ihre gezüchteten Kollegen. Deshalb sollte man sich langsam herantasten und sie zunächst sparsam einsetzen. Dafür enthalten sie auch deutlich mehr Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Proteine, und sie bieten Zugang zu völlig neuen Geschmackserlebnissen.

Pimpinelle wird in der Frankfurter Grünen Soße verwendet und passt mit ihrem frisch- würzigen Pimpinelle wird in der Frankfurter Grünen Soße verwendet und passt mit ihrem frisch- würzigen Aroma gut zu Blattsalaten. Bild: fotolia

Pimpinelle wird in der Frankfurter Grünen Soße verwendet und passt mit ihrem frisch-würzigen Aroma gut zu Blattsalaten. Bild: fotolia

Wildkräuter morgens pflücken

Allerdings müssen Wildkräutersammler wissen, was sie tun. Wie bei ­Pilzen besteht Verwechslungsgefahr – mit schweren Folgen für die Gesundheit. Bärlauch zum Beispiel sieht dem hochgiftigen Maiglöckchen sehr ähnlich.

Informieren kann man sich durch ­Bücher, Webseiten und Apps. Den größten Lerneffekt und meisten Spaß hat jedoch vermutlich, wer an geführten Kräuter­wanderungen teilnimmt. Die beste Erntezeit ist übrigens ­morgens, denn dann sind die Pflanzen am ­saftig­sten.

Text: Meike Wöhlert
Bild: fotolia

Wildkräuterpesto

Nicht nur aus Basilikum, Pinien­kernen und Oivenöl lässt sich Pesto herstellen – das geht auch mit Wildkräutern von der Wiese.

Es muss nicht immer Basilikum sein: Aus Wildkräutern kann man würziges Pesto herstellen. Bild: fotolia

Es muss nicht immer Basilikum sein: Aus Wildkräutern kann man würziges Pesto herstellen. Bild: fotolia

Zutaten

• Eine Schüssel Wildkräuter aus dem Garten (z. B. Löwenzahn, Giersch, Brennnessel, einige
Blätter Gundermann)
• 4 Knoblauchzehen
• 3 Handvoll Sonnenblumenkerne
• Olivenöl
• Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung

Die Kräuter gründlich abspülen und trockenschütteln. Nach und nach die Blätter in einen Zerkleinerer geben und zusammen mit den Knoblauchzehen und Sonnenblumenkernen sowie 8 bis 10 Blättern Gundermann gut zerkleinern. Die Masse dann in eine ­Schüssel geben und so viel Olivenöl dazugeben, dass ein sämiger Pesto entsteht. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.