Ob Radieschen zu Weihnachten, zocken zu Silvester oder Weintrauben an Neujahr – wir haben uns Feiertagsbräuche rund um den Globus angeschaut:

Weihnachten

Irland:

Traditionell wird am Heiligabend eine Kerze am Fenster platziert. So soll jenen Menschen gedacht werden, die an diesem Tag nicht zu Hause sein können.

Am 25. Dezember beweisen die Iren dann, wie abgehärtet sie sind. Beim traditionellen Weihnachtsschwimmen am Forty Foot Gebirge einige Kilometer außerhalb Dublins stürzen sie sich zu Hunderten in die eiskalten Fluten der irischen See.

 

Mexiko:

Die Bewohner der Stadt Oaxaca huldigen am 23. Dezember dem Radieschen und seiner Einführung durch die Spanier. Es ist das wichtigste Fest der Stadt. Aus den hier riesigen Knollen werden kunstvolle Krippenfiguren wie Maria, Josef und die Heiligen Drei Könige geschnitzt. Beschlossen wird die „Nacht der Radieschen“ mit einem großen Feuerwerk.

 

Schweden:

Einst stellte man ein Schälchen Reispudding – Risgrynsgröt – in den Stall, um die Wichtel bei Laune zu halten. Heute wird Milchreis traditionell zu Weihnachten gegessen. Oft rührt man eine Mandel ein. Wer sie findet, hat im kommenden Jahr Glück oder wird sogar heiraten, heißt es. In manchen Landesteilen bekommt der Finder ein Geschenk, eine Süßigkeit oder ein Spielzeug etwa.

 

Island:

Nicht der Weihnachtsmann, sondern die Wichtel (Jólasveinar) bringen hier die Geschenke. Ab dem 12. Dezember kommt jeden Tag ein anderer Zwerg. Insgesamt gibt es 13 Gesellen, sie heißen etwa Stúfur, Bjúgnakrækir oder Ketkrókur. Und sie haben jeweils verschiedene Vorlieben, etwa für Milch, Wurst oder Kekse.

 

Silvester

Griechenland:

Zu Silvester wird nicht geböllert, sondern gespielt. Das große Neujahrszocken – zu Hause oder im Kasino – beginnt am Abend des 31. Dezember. Es dauert oft bis zum Sonnenaufgang des nächsten Tages. Wer gewinnt, dem winkt das ganze Jahr über Glück. Wer verliert, kann wenigstens auf Glück in der Liebe hoffen.

 

Spanien:

Statt Sekt gibt es Weintrauben um Mitternacht. Mit jedem Glockenschlag muss eine Weintraube verschluckt werden. Seit 1909 besteht der heute landesweiten Brauch, Weinbauern in Alicante, die ihre überschüssige Jahresernte loswerden wollten, haben ihn erfunden.

 

Argentinien:

Für Schnee ist es zu warm. Deshalb rieseln Papierschnipsel am Silvesterabend über Buenos Aires herab. Alte Akten werden kurzerhand in kleine Fetzen gerissen und aus dem Fenster geworfen. So kann man sich auch von alten Lasten befreien.

 

Italien:

Essen, trinken, feiern und Feuerwerk – so sehr unterscheidet sich das italienische Silvester nicht vom deutschen. Doch das Entscheidende sieht man ja auch nicht. Rote Unterwäsche zu tragen, ist am 31. Dezember so etwas wie eine Pflicht. Vor allem für Frauen – das soll ihnen Glück bringen für das kommende Jahr.

 

Illustration: Daniella Heil / Raufeld