Eine Klimawanderung an der Ostsee ist die beste Möglichkeit, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene spielerisch an die Klimathematik heranzuführen. Bei einer Wanderung auf Usedom können Teilnehmer ihr Immunsystem stärken und genüsslich durchatmen. Wir waren ein Tag gemeinsam mit Wanderführer Mirko Krentz unterwegs und er verrät uns alles wissenswerte zum Thema „Klimawanderung auf Usedom“.

Klimatherapeut Mirko Krentz

Eine Klimawanderung mit einem echten Sportprofi. Wanderführer Mirko Krentz nutzt wirklich jede Gelegenheit für Wassersport und das sieht man ihm an: Braun gebrannt und muskulös verkörpert er den Surfertyp schlechthin. An der Seebrücke von Bansin möchte er heute die Badegäste von einer sanfteren Bewegungsform überzeugen. Klimawanderung nennt die Kurverwaltung das Angebot, das sie ihren Gästen das ganze Jahr über kostenlos zur Verfügung stellt. „Ich bin auch schon mit Touristen über Eisschollen am Strand gelaufen, da kenne ich nichts“, sagte Mirko bereits im Jahr 2017 und man glaubt es ihm sofort. Aber heute ist die Luft noch durch die milde Spätsommer-Sonne warm. Die Teilnehmer, laufen alle hinter ihm her, ganz dicht an der Brandung entlang.  Schön zügig, schließlich sei das hier kein simpler Strandspaziergang, mahnt Mirko.

Eine Klimawanderung stärkt das Immunsystem

Es geht vor allem darum, das heilende Brandungsaerosol, das entsteht, wenn Sonne, Wind und Wellen aufeinandertreffen, einzuatmen. Deshalb gönnt der Klimatherapeut seinen Schützlingen auch ab und zu eine Pause für Atemübungen, die das Immunsystem weiter stärken sollen. „Je höher der Wellengang, desto besser, dann gibt es quasi Aerosole ohne Ende“, erklärt er. Und überhaupt, nirgendwo sonst in Deutschland könne man so viel gesundes Reizklima tanken wie hier, wegen der vielen Sonnenstunden. In Usedom gibt es rund 1.906 Sonnenstunden im Jahr.

Um etwas Abwechslung in die Tour zu bringen, geht es vom Strand aus auf den höchsten Berg an der Ostseeküste Usedoms – ganze 54 Meter ist der Lange Berg immerhin hoch. Und so manch einem, der eben noch über die Klassifizierung als Berg gelächelt hatte, bleibt beim beachtlichen Aufstieg auf dem unebenen Waldboden das Lachen tatsächlich im Halse stecken.
Doch die Aussicht vom Höhenweg über die Steilküste belohnt für alle Mühen: Unendlich weit erstreckt sich das Meer in der Ferne. „Achtung, nicht zu nah an die Kante!“, warnt Mirko und zeigt die Stellen, wo die Steilküste schon weggebrochen ist. Jedes Jahr verliere die Insel hier durchschnittlich zwölf Zentimeter. Ein Stein im Wasser markiert den Punkt, bis zu dem die Steilküste noch vor hundert Jahren reichte – er ist beeindruckend weit weg von uns.

Probieren Sie bei Ihrem nächsten Besuch auf Usedom unbedingt eine Klimawanderung aus. Genießen Sie die wohltuende Luft bei dieser einzigartigen Wanderung und stärken Sie nebenbei noch Ihr Immunsystem.