Krumme Nase, schiefer Buckel, großer Hut und ein knorriger Besen – jedes Jahr rei­sen Begeisterte aus ganz Deutschland in den Harz, um die Walpurgisnacht auf dem Bro­cken oder auf dem Hexentanzplatz am 30. April zu feiern. Ob verkleidet oder nicht: Spaß haben die Tausenden Besucher auf alle Fälle. Ge­feiert wird das Walpurgisfest in 20 Orten der Region. Besondere Hexenkessel sind Schier­ke und Thale, Bad Grund, Braunlage, Hah­nenklee und Sankt Andreasberg. Sehr ein­ drucksvoll ist an diesem Tag die Fahrt auf den Berg mit der dampfenden Brockenbahn, die sich unter Hexengeschrei und Teufelsge­heul den Berg hinaufschiebt.

Heidnische Ursprünge

Das Harzer Walpurgisfest ist ein traditi­onelles europäisches Fest, dessen Ursprünge bis in die vorchristliche Zeit zurückreichen. Bereits vor 1000 Jahren sollen die Harzer ein Frühlingsfest gefeiert haben, an dem durch verschiedene Opfergaben an den ober­sten Germanengott Wodan, der Frühling begrüßt wurde.

Johann Wolfgang von Goethe war es, der die Walpurgisnacht in die Weltliteratur brachte. Denn auf dem Brocken (Blocksberg) hat sein berühmter Faust viel Spaß: „Du Geist des Widerspruchs! Nur zu! du magst mich führen. Ich denke doch, das war recht klug gemacht: Zum Bro­cken wandeln wir in der Walpurgisnacht, Um uns beliebig nun hieselbst zu isolieren.“ Und hier führt Faust, angestiftet von Mephisto, einen anrüchigen Tanz mit einer Hexe auf. Um Tanz und Spaß geht es auch den Harz­ besuchern. Sie erwartet an diesem Abend ein Festprogramm mit Gauklern, Geistern und Hexenvolk. Es wird getanzt, gelacht, gefeiert. Ein Höhepunkt ist die Inszenierung von Goethes „Faust“ als Rockoper auf der Brockenkuppe. Hierfür sollte man sich aber frühzeitig Karten sichern, denn die Veranstaltung ist unter Fans zum Kult­event geworden.

Tipp: Der 30.04.2020 ist ein Donnerstag. Da der 01. Mai 2020 ein Feiertag ist, ist es die perfekte Gelegenheit um einen Kurztrip in den Harz zu planen. Sagenhaft schlafen können Sie im Travel Charme Gothisches Haus Wernigerode.