Ein Marketingexperte für den Harz hätte sich diese beiden Ortsnamen nicht besser ausdenken können: Sorge und Elend. Wer einmal dort wandern war, wird sie in bester Erinnerung behalten. Denn anders als die Namen vermuten lassen, ist der Harz ausgerechnet zwischen Elend und Sorge besonders schön: Man wandert über schmale Pfade, die von dichten Baumkronen überwachsen sind. Über kleine Brücken, plätschernde Bäche und überall ragen schroffe Felsen in die Höhe – es ist eine Szenerie für Märchenfilme.

Von deutschen Dichtern geliebt

Die historische Harzer Schmalspurbahn mit ihrer Dampflok, die gemütlich vorbeifährt, macht diesen Eindruck perfekt. Und sie macht es Genusswanderern besonders einfach. Denn wer mag, fährt erst mal ein Stück der Strecke, ehe er loswandert, oder umgekehrt.

Der Harz bietet etliche Wanderwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Einer der schönsten und längsten ist der Harzer Hexenstieg. Er durchzieht den Harz in ost-westlicher Richtung und führt über 100 Kilometer von Osterode über den Brocken zum Hexentanzplatz nach Thale.

Wir trafen Wanderexpertin Christa Fredlmeier in Berlin zum Interview über den Harzer Hexenstieg:

Wer den mit 1 142 Metern höchsten norddeutschen Berg doch nicht zu Fuß erklimmen möchte, kann auch mit der Bahn zum Gipfel hinauffahren. Außerdem fährt auch die südliche Brockenumgehung des Harzer Hexenstiegs direkt dorthin. Dieser Weg ist etwas länger als der eigentliche Harzer Hexenstieg, dafür müssen hier weniger Höhenmeter bewältigt werden, und die Landschaft mit ihren Bachtälern und Bergwiesen ist besonders lieblich.

Der Harz mit dem mächtigen Brocken war seit jeher ein Sehnsuchtsort der Deutschen – auch der deutschen Dichter. Besonders die Romantiker liebten das Mittelgebirge wegen seiner ungezähmten Natur, der schroffen Felsen und alten Burgen. Ob Goethe, Eichendorff oder Heine – alle waren hier und schwärmten später davon.

Literarischer Aufstieg

Tatsächlich tut sich hinter jeder Wegbiegung ein anderes schönes Panorama auf. Der Harz bietet endlose Wandermöglichkeiten. Ein weiterer eindrucksvoller Weg ist der Teufelsstieg. Er ist insgesamt 26 Kilometer lang und führt von Elend über den Brocken nach Bad Harzburg. Wer die Verbindung von sportlichem Anstieg  und Literatur sucht, der sollte von Elend aus starten. Der Verlauf des Teufelsstieges auf dieser Seite des Harzes wurde dem Weg nach-empfunden, den Goethes Protagonisten Mephisto und Faust zum Aufstieg auf den Blocksberg wählten. Gestartet wird in Elend am Talwächter, einer 200 Jahre alten Fichte. Von hier aus geht es entlang der Bode bis zu den Schnarcher- und Mauseklippen, weiter durch das steinige, mystisch anmutende Eckerloch und schließlich auf der Brockenstraße zum Gipfel. Begleitet wird die Wanderung von Tafeln, die über Goethes „Faust“ und den Blocksberg informieren.

Wegemarke Harzer Hexenstieg.

Wegemarke Harzer Hexenstieg. Bilder: Top Trails

Doch nicht nur kulturell, sondern auch ökologisch ist eine Harzwanderung spannend. Der Nationalpark Harz tut viel für den Artenschutz und erlaubt dem Wald, dort, wo es möglich ist, echter Naturwald zu sein. Im Schluchtenwald Eckernhang, der zu Forschungszwecken seit gut 60 Jahren sich selbst überlassen wurde, stehen Buchen und Eschen, die bis zu 150 Jahre alt sind. Und auch Luchse sind im Harz wieder heimisch. In der Natur wird man die scheuen Katzen allerdings kaum zu Gesicht bekommen. Wer auf Nummer sicher gehen will, besucht das Schaugehege bei Bad Harzburg.

 

 

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