Wandertipps für Anfänger vom Profi: Ein Mittelgebirge wie der Harz ist perfekt für Wandereinsteiger geeignet, erklärt Christa Fredlmeier von Top Trails Germany

Welche Grundausrüstung braucht man als Anfänger beim Wandern wirklich?

Auf jeden Fall gute Wanderschuhe. Bei leichtem Gelände ohne viele Höhenmeter reicht ein guter Trekking-Schuh. Wird es bergig, ist ein Wanderschuh mit einem höheren Schaft empfehlenswert. Er gibt dem Fuß Halt. Je nach Schwierigkeitsgrad im Gelände wählt man zwischen unterschiedlich starken Sohlen. Wichtig sind natürlich auch Rucksack, Regensachen, ein warmer Pullover und ausreichend zu trinken.

Sind Kompass und Wanderstock heute überholt?

Der Kompass ist immer noch in. Zu wissen, in welche Richtung man läuft, ist nie verkehrt. Jedoch ist mittlerweile ein GPS-Gerät nicht selten ein Wanderbegleiter. Doch sollte man sich vorher mit der Technik vertraut machen. Wanderstöcke bieten Halt und entlasten die Knie – das ist beim Bergabgehen sehr hilfreich.

Christa Fredlmeier Wanderexpertin.

Christa Fredlmeier ist Wanderexpertin. Bild: privat

Wie bereite ich mich am besten vor?

Besonders Wanderanfänger sollte sich zunächst Touren suchen, die nicht so viele Höhenmeter haben. Zehn Wanderkilometer sind absolut ausreichend. In vielen Regionen gibt es zertifizierte Wander-Rundtouren. Man folgt einfach den Markierungen und kommt nach einigen Kilometern wieder am Startpunkt an: perfekt für Einsteiger.

Aber Wandern macht nur bei schönem Wetter Spaß, oder?

Glauben Sie mir, eine Wanderung bei schlechtem Wetter bleibt viel mehr in Erinnerung als eine bei strahlendem Sonnenschein. Man nimmt die Natur viel intensiver wahr. Bei einer Wanderung im Nebel werden alle Sinne stark aktiviert. Die Schlechtwetterwande-rungen werden stark nachgefragt. Es ist halt ein besonderes Erlebnis.

Warum ist das Wandern im Harz besonders schön und beliebt?

Die Landschaft ist auf engem Raum sehr vielfältig. „Teuflisch schön und höllisch spannend“ – so der Slogan des Harz. Es gibt historischen Bergbau, Teiche und Gräben, sagenumwobene Moore, grandiose Ausblicke und felsige Schluchten. Da schlägt jedes Wandererherz höher.

Interview: Johanna Rüdiger