Die Themen Entspannung und Gesundheit haben einen so hohen Stellenwert wie noch nie. Dennoch fühlen sich immer mehr Menschen müde, erschöpft und ausgelaugt.

Warum fühlen wir uns erschöpft?

Im Grunde ist es jedem gegeben, sich zu entspannen. Doch wenn fortlaufend das Telefon bimmelt, neue E-Mails und Tweets eingehen, fällt es vielen Menschen schwer, diese Fähigkeit zu nutzen. Ständig ist es da, das Smartphone. Der Wunsch, immer erreichbar zu sein, Social-Media-Kanäle zu füttern, der innere Zwang, auf jede Meldung sofort zu reagieren, kann krank machen. Etwa alle zwölf Minuten guckt der Mensch heute auf sein Handy. „Digital Detox“ ist längst zu einer Gegenbewegung geworden. Und damit ist schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung vollbracht.

Lassen Sie Hand an sich legen

Wellnessanwendungen können die Entspannung zusätzlich unterstützen. Ob als klassische Massage, Ayurveda, Anwendungen mit Düften, Klängen oder Wasser – immer wieder lassen wir Hand an uns legen. Das Massieren ist immerhin eine der ältesten Heilmethoden, die wir kennen. Es gibt sie in nahezu jedem Kulturraum: Der Wortstamm findet sich im griechischen „massein“ wieder, was so viel wie kneten bedeutet. Im Hebräischen steht „massa“ für betasten und im Arabischen „massah“ für reiben. Ob im China des 3. Jahrtausends vor Christus, im antiken Griechenland oder in Rom – sie alle kannten die Massage. „Der Arzt muss viele Dinge beherrschen“, schrieb der griechische Arzt Hippokrates um 400 vor Christus, „in jedem Fall aber das Reiben.“ Anfang des 19. Jahrhunderts hat  der schwedische Gymnastiklehrer Per Henrik Ling erreicht, dass die Massage von der Schulmedizin anerkannt wird. Die medizinische Wirksamkeit der meisten Massagen lässt sich bis heute dennoch nicht nachweisen. Trotzdem kann sie zum Wohlbefinden beitragen: Sie fördert die Durchblutung, die feste Muskulatur lässt sich damit lockern und Lymphflüssigkeit wird abgebaut. Abgesehen davon, dass Streicheleinheiten das Gemüt beruhigen und einfach guttun können. Hauptsache ist doch, der Mensch fühlt sich danach wohl.

Wellness

Aber was, wenn wir schlicht keine Zeit haben, ins Spa oder zur Massage zu gehen?

Wer Rückenschmerzen oder Stressgefühl dauerhaft zu Leibe rücken möchte, kommt nicht umhin, seine Gewohnheiten zu ändern. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit umlenken, können sich Entspannung und Ruhe von selbst einstellen, sagt etwa Eckard Nass von der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren.

Stress, lass nach!

Schulen Sie Ihre Sinne. Mit Achtsamkeit und Gelassenheit bringen Sie Körperund Geist in Einklang. Fünf Methoden, die helfen:

1. Palmieren

Setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl und reiben Sie beide Handinnenflächen aneinander, bis sie warm werden. Dann legen Sie die muschelartig hohl geformten Hände für mehrere Minuten auf die geschlossenen Augen. Idealerweise stützen Sie die Ellenbogen auf einer Tischplatte ab. Gleichmäßiges Atmen nicht vergessen. Verstärken Sie die Wirkung, indem Sie sich die Farbe Schwarz vorstellen. Diese Übung hilft den Augen dabei, sich zu entspannen.

2. Alexander-Technik

Die Schultern hängen, das Becken schiebt sich nach vorne, der Kopf fällt in den Nacken. Dann kommen die Rückenschmerzen. Oft merkt der Mensch gar nicht, wenn er in Gewohnheiten abdriftet, die dem Körper zusetzen. Die Alexander-Technik ist eine Körperarbeit, die es einem ermöglicht, schlechte Gewohnheiten erst einmal an sich wahrzunehmen,

www.alexander-technik.org

3. Taijiquan

Auch unter dem Namen Schattenboxen ist diese chinesische Kampfkunst bekannt. Mittlerweile werden diese fließenden Bewegungen, die bestimmten Formen folgen, überall auf der Welt praktiziert. Eine korrekte Ausrichtung der Knie, der Hüfte, des Rückens und des Nackens führt zu einer besseren Körperhaltung. Im Sinne der Traditionellen Chinesischen  Medizin hilft das Training dabei, den Energiefluss im Körper zu optimieren. Alle Anspannung löst sich auf, Körper und Geist sind erfrischt.

www.tai-chi-verband.de

4. Innere Körperreise – Body Scan

Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder legen Sie sich auf den Rücken, die Fußsohlen berühren den Boden, die Knie zeigen nach oben. Schließen Sie Ihre Augen oder behalten Sie sie offen, falls Sie dazu neigen, schnell einzuschlafen. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf verschiedene Körperregionen. Beginnen Sie mit den Zehen, wandern Sie hoch zu den Beinen usw. Achten Sie dabei immer wieder auf Ihren Atem, der gleichmäßig fließen sollte.

5. Waldbaden

Eine Meditation im Freien. Japanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Aufenthalt im Wald wie eine Aromatherapie wirkt und der Gesundheit zuträglich ist. „Shinrin yoku“ – Waldbaden – ist dort sogar schon eine anerkannte Stress-Management-Methode. Inzwischen ist die „Waldmedizin“ Forschungsgegenstand auf der ganzen Welt. Lassen Sie sich Zeit und schlendern Sie langsam durch den Wald. Achten Sie auf die Gerüche, Geräusche und Farben des Waldes. Das Einatmen der ätherischen Öle des Waldes stärkt übrigens das Immunsystem.

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Noch mehr Tipps & TRicks rund um das Thema Erholung finden Sie in unserer Rubrik:  Wellness & Entspannen.

Es muss auch nicht immer eine lange Reise sein, auch ein Kurzurlaub, weit weg vom Alltag, wirkt wahre Wunder.