Zwiebelprinzip für Outdoor Sport und Wanderungen – die richtige Kleidung entscheidet darüber, ob man sich wohlfühlt. Mit mehreren Schichten übereinander gezogen liegt man nie falsch.

Fünf Grad über Null, die Sonne lacht vom blauen Himmel. Herrliches Wetter zum Wandern. Ihnen wird warm. Aber zwei Stunden später und 500 Höhenmeter weiter oben zieht Wind herauf, es könnte regnen. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung – so lautet eine alte Weisheit. Skifahrer und Wanderer empfehlen daher, sich nach dem Zwiebelprinzip zu kleiden. Das heißt so, weil man seine Bekleidung in mehrere Schichten unterteilt – idealerweise sind das drei Schichten. Das funktioniert nicht nur beim Wandern, sondern auch beim Schneeschuhlaufen, Skifahren und Snowboarden. Bei strengem Frost können natürlich etliche Schichten zusätzlich übereinander gezogen werden.

Das Zwiebelprinzip und die verschiedenen Schichten

Nach dem Zwiebelprinzip für Outdoor Sport und Wanderung erfüllt jede Schicht eine eigene wichtige Funktion.

Die Basischicht

Leicht und Luftdurchlässig! Die Basisschicht, also die Unterwäsche, sollte leicht sein und den Schweiß von der Haut nach außen transportieren, damit der Körper nicht auskühlt. Eine hochwertige Synthetik kann das genauso gut wie Wolle. Letztere haben jedoch Vorteile: Sie sind nicht nur kuschelig-weich, sondern riechen nicht so schnell nach Schweiß. Nicht jeder verträgt Wolle direkt auf der Haut, viele Menschen leiden schnell unter Juckreiz. Seit einigen Jahren werden Shirts aus der feinen Merinowolle immer beliebter. Selbst Wollempfindliche vertragen die Faser in der Regel gut und freuen sich über das weiche Material. Inzwischen werden vielen Merinohemden Kunstfasern beigemischt. Der Vorteil ist, dass der Körper, etwa bei einer anstrengenden Wanderung, nicht überhitzt.

Die Isolationsschicht

Luft speichert Körperwärme! Die Isolationsschicht sorgt dafür, dass der Körper warm bleibt, sie speichert die Körperwärme. Dabei hilft ihr die Luft, die sich zwischen den beiden Schichten befindet. Ideal sind schweiß- und luftdurchlässige Fleece-Pullis oder Jacken. Eine Softshell-Jacke hat den Vorteil, dass sie den Schweiß nach außen transportiert und damit vor dem Auskühlen und gegen den Wind schützt.

Die äußere Schicht

Gegen starke äußere Einflüsse wie Regen oder Schnee! Die letzte Schicht des Zwiebelprinzips ist die Äußere. Beim Kauf einer Regenjacke sollte man darauf achten, dass sie regendicht und zugleich atmungsaktiv ist – und dass die Nähte gut verschweißt sind.

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Wanderschuhe schützen und stützen

Neben dem Zwiebelprinzip ist das richtige Schuhwerk besonders wichtig: Wer möchte schon, dass es bei einer längeren Tour an den Zehen zwickt und zwackt. Vor allem sollen Wanderschuhe den Fuß schützen und stützen. Im Flachland genügen flache Schuhe. Für Bergtouren sollte der Schaft über den Knöchel reichen, so wird verhindert, dass der Fuß umknickt.

Ob Sie sich am Ende für ein Exemplar aus Leder oder eines mit einer Oberfläche aus Kunststoff entscheiden, bleibt Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Atmungsaktiv sollte der Schuh auf alle Fälle sein. Lederschuhe sehen zwar erst einmal edler aus, trocknen jedoch nicht so schnell, wenn sie einmal nass geworden sind. Wanderschuhe, die mit einer Mittelschicht aus Gore-Tex ausgestattet sind, leiten den Schweiß nach außen. Das ist immer angenehm.

Mütze & Handschuhe

Fäustlinge halten besonders warm. Wenn sich jedoch einmal die Schnürsenkel lösen oder Sie sich Ihre Brotzeit aus dem Rucksack holen möchten, kommen Sie mit ihnen nicht weit. Fingerhandschuhe mit einem Fäustlingüberzug halten warm und erlauben bei entsprechendem Bedarf auch feinmotorische Aktionen. Wasserabweisend sollten sie sein und isolieren. Handschuhe aus einem wärmedämmenden Fleecematerial – etwa Thinsulate – halten warm und trocknen schnell wieder. Der Begriff setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern thin (dünn) und insulate (dämmen).

Mützen sollten fest auf dem Kopf sitzen und nicht verrutschen. Auch hier empfiehlt sich ein wasserabweisendes Material, das zugleich atmungsaktiv ist.

Tipp: Wer im Winter unterwegs ist, sollte nicht auf Gamaschen verzichten.

Text: Kirsten Niemann